Der linke Ski kippte um, der rechte fuhr alleine davon – und schon war die Spitzengruppe weg: Ein verpatzter Skiwechsel zur Halbzeit des „Marathons“ über 30 Kilometer hat Skilanglauf-Ass Katharina Hennig um die Krönung der erfolgreichen WM in Planica gebracht.
Hennig ließ sich eine Medaillenchance durch die Lappen gehen, mit Rang sieben beim Sieg der Schwedin Ebba Andersson durfte die Sächsin zum Abschluss der Titelkämpfe in Planica dennoch voll zufrieden sein.
Katharina Hennig hadert mit verpasster Chance
„Den Wechsel habe ich leider verkackt. Ich musste alles erst sortieren. Und bis ich fertig war, war die Spitzengruppe weg. Das war entscheidend, danach habe ich den Abschluss nicht mehr hinbekommen“, sagte Hennig zwei Tage nach dem Silber-Coup mit der Staffel: „Wäre ich da mitgekommen, wäre vielleicht noch eine bessere Platzierung drin gewesen.“
Rang sieben im nassen Schnee war dennoch das beste deutsche WM-Ergebnis über 30 Kilometer seit acht Jahren, ihr Soll hatte Hennig ohnehin schon in der Staffel erfüllt. „Die WM war toll, ich habe eine Medaille im Gepäck. Irgendwann kommt vielleicht der Tag, an dem alles zusammenpasst“, sagte die 26-Jährige.
Ähnlich sah das Teamchef Peter Schlickenrieder: „Das ist ein kleiner Traum, der hier in Erfüllung gegangen ist. Wir haben eine tolle WM hingelegt.“
Ebba Andersson nicht zu schlagen
Zweitbeste Deutsche war Pia Fink (Bremelau) auf Rang 13, Laura Gimmler (Oberstdorf) kam als 20. ins Ziel. Katherine Sauerbrey (Steinbach-Hallenberg) musste schon früh abreißen lassen, konnte mit Platz 23 aber ebenfalls gut leben. „Wenn man vier Mädels unter den ersten 23 hat, muss man sehr zufrieden sein“, sagte Schlickenrieder: „Wir sind noch nicht so weit, aber wir sind in Schlagdistanz.“ (Skilanglauf: Alle Ergebnisse der WM in Planica und im Weltcup)
Nicht zu schlagen war wie schon im Skiathlon Andersson, die als erste Schwedin Weltmeisterin über 30 Kilometer wurde. Für die Skandinavierin war es schon ihre vierte Medaille der Titelkämpfe in Planica. Silber ging mit einem großen Rückstand von 53,0 Sekunden an die Norwegerin Anne Kjersti Kalva vor Frida Karlsson aus Schweden.