Nach einem frühen Ausflug ins Kiesbett hat „Sachsenking“ Marc Márquez die Muskeln spielen lassen und am Trainingstag zum Großen Preis von Deutschland die Bestzeit hingelegt. Der MotoGP-Weltmeister aus Spanien, abgesehen von 2024 bei bislang jedem Start auf dem Sachsenring siegreich, war in 1:19,394 Minuten auf seinem Lieblingskurs mal wieder der schnellste Motorradpilot in der Königsklasse.

„Wir müssen morgen sehen, wo wir stehen. Ich bin nicht der Schnellste, was die Rennpace angeht“, sagte Márquez. Am Freitag sei er nur „auf einer Runde“ der Beste gewesen. Hinter dem Ducati-Piloten wurde sein Landsmann Raul Fernandez Zweiter, am Vormittag hatte der Aprilia-Fahrer den Titelverteidiger noch hinter sich gelassen. Den dritten Platz belegte Fabio Di Giannantonio (Italien/Ducati).

Jorge Martín (Spanien/Aprilia), WM-Spitzenreiter in der Motorrad-Königsklasse, kam nicht über Platz acht hinaus, sein Teamkollege und ärgster Verfolger Marco Bezzecchi (Italien) wurde Siebter. Francesco Bagnaia (Italien/Ducati), der Márquez 2024 als bislang einziger Fahrer in Sachsen geschlagen hatte, kam nur auf den 13. Platz und muss am Samstag den Umweg über das Qualifying 1 nehmen.

Für Márquez hatte der Tag denkbar schlecht begonnen. Nach weniger als fünf Minuten lag er in der ersten Session im Kies, es erwischte den Motorradstar in Kurve 3. Der 33-Jährige blieb unverletzt und konnte schnell auf die Strecke zurückkehren. Der Sturz sei sein Fehler gewesen, denn zuvor habe es schon Moto2-Fahrer an dieser Stelle erwischt. „Da ist eine neue Bodenwelle“, sagte Márquez, man könne nicht die Ideallinie fahren.

Márquez könnte am Sonntag (14.00 Uhr/DF1 und Sky) seinen zehnten MotoGP-Sieg auf dem Sachsenring holen und einen Rekord von Giacomo Agostini einstellen. Der Rekord-Weltmeister aus Italien ist bislang der einzige Fahrer, der in der Königsklasse zehn Siege auf einer Strecke (Imatra/Finnland) holte.