Charles Leclerc war nach dem Auftritt in Kanada alles andere als zufrieden.
Bereits nach dem Qualifying kritisierte seinen eigenen Rennstall, da er wegen der vermeintlich schlechteren Reifen Q3 verpasst hatte. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Wir sind recht oft auf der falschen Seite bei solchen Entscheidungen in schwierigen Situationen. Und dieses Mal war es wirklich leicht, die Situation zu deuten“, polterte der Ferrari-Pilot.
Zwar reichte es im Rennen immerhin noch zu Platz vier, aber mit einer besseren Startposition wäre vielleicht sogar das Podium möglich gewesen.
Nach der harten Kritik hat der Monegasse aber zurückgerudert – behauptet zumindest sein Teamchef. „Wir hatten eine gute Diskussion, und er sagte: ‚Okay, ich lag falsch‘“, erklärte Frédéric Vasseur.
Vasseur verteidigt Entscheidung: „War die Strategie von 90 Prozent der Teams“
Zu diesem Schluss sei Leclerc nach der angekündigten Analyse mit dem Team gekommen, berichtete der Franzose.
Dabei hat Vasseur durchaus Verständnis für die geäußerte Kritik: „Ich kann sehr gut verstehen, wenn sie nach schlechten Ergebnissen aus dem Auto steigen und von jemandem gefragt werden: Warst du mit dieser Strategie zufrieden? Mit Sicherheit sagen sie dann nein.“
Er würde sich allerdings zukünftig wünschen, vorher erst intern die Dinge anzusprechen. „Das haben wir dann getan. Es war sehr ruhig, sehr konstruktiv und sehr direkt“, meinte der Ferrari-Boss.
Für ihn war es weiterhin die richtige Entscheidung, nicht auf die Slicks zu setzen. „Es ist nicht immer einfach, und manchmal ist es auch eine Frage des Glücks. Im Qualifying denke ich, dass die Strategie am Ende wahrscheinlich ausgereicht hat, um ins Q3 zu kommen, denn es war eine Strategie von 90 Prozent der Teams“, sagt Vasseur.