Nach einem vom Wetterchaos vorzeitig beendeten Qualifying zum Großen Preis von Brasilien (Sonntag ab 18.00 Uhr im SPORT1-Liveticker) konnte George Russell vorerst mit einem Start von Position sechs planen.

Die Rennkommissare sahen jedoch einen Regelverstoß beim Engländer, weswegen sie den Mercedes-Piloten in der Startaufstellung um zwei Plätze nach hinten versetzten. Ebenso werden Esteban Ocon und Pierre Gasly mit einer Rückversetzung um zwei Plätze bestraft. Ocon rutscht damit auf Startplatz 14, Gasly geht von der 15 ins Rennen.

Nach Ansicht der Verantwortlichen hatten sich besagte Fahrer der Behinderung in der Boxengasse schuldig gemacht. Vor der Quali hatten die Rennkommissare für das Brasilien-Wochenende eine spezielle Klausel (Punkt 14) beschlossen. Darin heißt es, dass es den Fahrern am Boxenausgang erlaubt sei, langsam zu fahren, um so eine Lücke zu vorausfahrenden Autos zu schaffen.

In den vorherigen Rennen wurden bereits maximale Rundenzeiten vorgegeben, um einen Stau auf der Strecke zu vermeiden. Dadurch wurde das Problem jedoch in die Boxengasse verlegt, weil die Fahrer nun hier langsamer fuhren, um Abstand zu den Vorderleuten zu generieren und sich so eine freie Strecke zu schaffen.

Daher wurde das Regelwerk vor dem Brasilien-GP angepasst. „Gemäß Artikel 33.4 des Sportlichen Reglements der Formel 1 dürfen die Fahrer nicht unnötig langsam fahren, dazu gehört auch das Anhalten eines Autos auf der Fast Lane der Boxengasse.“ Die Boxengasse wurde nun explizit in die Regel mitaufgenommen.

Fehlverhalten trotz neuer Regel

Aufgrund der speziellen Gegebenheiten in Brasilien bestimmten die Verantwortlichen jedoch, dass die Fahrer in der Boxengasse langsamer fahren dürfen, wenn sie sich komplett links halten und so nachfolgenden Autos die Möglichkeit zum Überholen geben.

Russell, ebenso wie Ocon und Gasly, hat nach Ansicht der Kommissare jedoch gegen diese Regel verstoßen. „Russell war beim Verlassen der Boxengasse, um sich für eine Aufwärmrunde vorzubereiten. Russell fuhr langsam, um eine Lücke zu schaffen, aber er hielt sich nicht komplett links. Daher waren nachfolgende Autos nicht in der Lage, Russell zu überholen, so wie es die Rennkommissare vorgesehen hatten.“

Bereits am vergangenen Rennwochenende in Mexiko gab es mehrere Untersuchungen in dieser Sache – unter anderem auch gegen Russell -, die jedoch folgenlos blieben.