Die Piloten der Formel 1 sehen trotz der schnell getroffenen Änderungen am Reglement immer noch Raum für Verbesserungen. Die Anpassungen seien „eher wie ein Kitzeln“, sagte der viermalige Weltmeister Max Verstappen vor dem Großen Preis von Miami (Sonntag, 22.00 Uhr MESZ/Sky): „Am Ende des Tages ist die Formel 1 ein sehr komplexer und politischer Sport, aber ich glaube, jeder hat sein Bestes gegeben, um wenigstens etwas zu bewirken. Auch wenn das natürlich nicht die Welt verändern wird.“

In der kriegsbedingten Pause hatten die Verantwortlichen auf die teils scharfe Kritik von Fahrern wie Verstappen gegenüber der neuen Motoren mit hohem Elektroanteil reagiert und schon für das Rennwochenende in Florida einige Änderungen vollzogen. Mussten die Piloten im Qualifying stets die Batterie aufladen, können die Antriebe nun weniger elektrische Energie pro Runde sammeln. Für die Piloten bedeutet das mehr Vollgas bei der Zeitenjagd. Zudem wurde unter anderem für das Rennen das Energiemanagement angepasst, um gefährliche Geschwindigkeitsunterschiede auf der Strecke und daraus resultierende Unfälle wie der von Oliver Bearman (Haas) in Suzuka zu vermeiden.

„Es ist nicht so, dass mit diesen Änderungen plötzlich alles viel besser wird“, sagte WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli (Mercedes): „Ich denke aber, es ist ein guter erster Schritt in die richtige Richtung.“ Ferrari-Star Lewis Hamilton habe im Simulator „kaum einen Unterschied gespürt“, aber es sei dennoch „gut zu sehen“, dass Veränderungen gemacht wurden.

„Man wird die Probleme nie in den Griff bekommen, ohne die Hardware der Power Units zu ändern“, meinte McLarens Oscar Piastri: „Wie viel das bringt, müssen wir abwarten. Aber einige der Optimierungen sind sicherlich ein guter Schritt nach vorne, was erfreulich ist.“ Auch Audis Nico Hülkenberg bezeichnete die Umstellungen als „gute Arbeit“, das Wochenende sei nun „ein kleiner Neustart für alle, um auf der Strecke wieder zu lernen, wie es ist“.

Für Verstappen waren zumindest die Gespräche mit dem Weltverband FIA und der Formel 1 „positiv“. Und so hoffe er auch für zukünftige Piloten in der Königsklasse, „dass es von Seiten der Fahrer mehr Rückmeldung an die Organisatoren geben wird“. Die meisten dieser hätten ein „gutes Verständnis und Gespür dafür, was nötig ist, um ein gutes Produkt zu schaffen, das Spaß macht“.