Lewis Hamilton blickte noch einmal sehnsüchtig zurück. „Normalerweise heulen die Motoren laut auf, wenn man in Copse einfährt, man klammert sich um sein Leben, während man mit Vollgas durchfährt“, beschrieb der Ferrari-Pilot die legendäre Kurve neun seines Heimrennens. Doch in diesem Jahr, das befürchten alle Piloten der Formel 1, wird das anders sein.
Es werde ein „enormer“ Unterschied, sagte Hamilton: Auch Maggotts und Becketts, die Kurven zehn und elf, „werden sich nicht mehr so anfühlen wie früher, weil man dort den Fuß vom Gas nehmen und eine Weile im Leerlauf fahren muss. Es ist also einfach eine völlig andere Strecke.“
Seit dieser Saison beziehen die Motoren beinahe 50 Prozent Leistung von der Batterie – und die muss ständig wieder aufgeladen werden. Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs Silverstone gibt es dazu aber zu wenig harte Bremspunkte.
Altmeister Fernando Alonso sprach bei den Kurven, die normalerweise zu den anspruchsvollsten Kombinationen des Rennkalenders gehören, von einer „Ladestation“. Das sei „traurig“ für Fahrer und Fans.
Derartige Bedenken hatte Max Verstappen bereits nach dem Rennen in Österreich geäußert. „Ich liebe die Strecke, aber ich bin ein paar Runden im Simulator gefahren und musste anfangen zu lachen“, sagte der viermalige Weltmeister nach seinem zweiten Platz in Spielberg.
Hamilton, der neun Mal in Silverstone gewann, werde das Rennen nun „an bestimmten Stellen der Strecke genießen, an denen man nicht durch die Leistung eingeschränkt ist, aber am besten Teil der Strecke lässt die Leistung einfach nach“. Er hofft auf Regeländerungen im nächsten Jahr.