„Ernüchternd“ – so kurz und knapp fiel ein erstes Fazit von Biathlon-Experte Michael Rösch bei Eurosport aus. (News: Alle aktuellen Infos zu Olympia 2022)

Für die deutschen Biathlon-Herren enden die Olympischen Spiele in Peking ohne Medaillen – zum ersten Mal seit zwölf Jahren.

Auch im Massenstart am Freitag blieben die DSV-Biathleten im Kampf um das Podest am Ende ohne Chance. Lediglich die Frauen konnten die Vorgabe des Verbands, zwei Medaillen pro Geschlecht, erfüllen. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Mit Blick auf die Leistung der Männer analysierte Rösch: „Die Chancen waren da, andere haben das bessere genutzt. Das ist ärgerlich und auch schade aus meiner Sicht.“

Biathlon bei Olympia: „Hätte mehr sein müssen“

Der ehemalige Biathlet erklärte seinen Standpunkt: „Ich war selbst Athlet und wir werden immer an Medaillen gemessen bei Olympia. Da kann man jetzt nach zwei Medaillen sagen, es hätte mehr sein müssen.“

Zwar sieht der 38-Jährige den DSV noch nicht komplett abgeschlagen von der Weltspitze, doch „man hat bereits in den letzten Jahren gesehen, dass uns andere Nationen überholt haben“.

Für die kommenden Aufgaben müsse man deshalb „echt viel arbeiten“, führte Rösch aus. (DATEN: Alle Ergebnisse bei Olympia 2022)

Tatsächlich waren es bei diesen Olympischen Spielen die gewohnten Gesichter aus dem Weltcup, die vor allem den deutschen Herren den Rang abgelaufen haben. Dabei fehlte den DSV-Athleten oftmals nicht viel zum zählbaren Erfolg.

„Kleinigkeiten“ kosten Doll & Co. den Erfolg

„Es waren Kleinigkeiten, die die Medaille verhindert haben“, betonte Doll im Zielraum nach dem letzten Rennen, die DSV-Männer seien „nicht meilenweit“ weg gewesen. Aber eben doch die Kleinigkeit genug.

Achter wurde Doll beim vierten Gold-Coup des norwegischen Superstars Johannes Thingnes Bö. Dabei hatte der 31-Jährige Chancen bis zum letzten Schießen – doch dann blies der starke Wind auch die letzten Hoffnungen davon.

„So war es wieder knapp dran vorbei, wie bei den meisten Einzelrennen“, klagte auch Bundestrainer Mark Kirchner. „Eine Enttäuschung ist schon dabei“, sagte Sportsoldat Doll, „aber ich komme darüber hinweg.“

Und das deutsche Männer-Biathlon? „Wir sind gut aufgestellt“, sagte der 31-Jährige, er mache sich auch mit Blick auf den Nachwuchs „keine Sorgen“. (DATEN: Der Zeitplan von Olympia 2022)

Doll blickte nach seinem letzten Olympia-Auftritt bereits mit leuchtenden Augen in die Zukunft: Die Heim-WM 2023 in Oberhof, die habe „genauso einen Glanz wie die Olympischen Spiele“.

Bessere Stimmung bei den DSV-Frauen

Hingegen herrschte bei den Frauen um Einzel-Königin Herrmann bessere Stimmung vor der Heimreise am Sonntag.

„Mit der goldenen und der bronzenen Medaille können wir schon zufrieden nach Hause reisen“, sagte Cheftrainer Kristian Mehringer im ZDF.

Herrmann stimmte zu. „Wir waren als Team auf den Punkt da. Wir haben alle gezeigt, was wir drauf haben“, sagte die 33-Jährige.

Den Biathletinnen und Biathleten bleiben nun gut eineinhalb Wochen, bis es bereits beim Weltcup in Kontiolahti weitergeht.

Vor allem die Herren sollten bis dahin die medaillenlosen Spiele aus dem Kopf bekommen haben, um wieder neu angreifen zu können.

Alles zu den Olympischen Spielen 2022:

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)