Es sollten die Olympischen Spiele der Mikaela Shiffrin werden. Doch nach fünf Starts ist sie zur tragischen Figur der alpinen Wettbewerbe geworden.
Im Slalom und Riesenslalom schied sie ebenso früh aus wie im Slalom der alpinen Kombination. In den Speed-Disziplinen Super G und Abfahrt verpasste sie eine Medaille klar. (DATEN: Alle Ergebnisse bei Olympia 2022)
„Wahrscheinlich wäre es das Beste, wenn ich einfach meine Karriere beenden würde“, sagte sie dem SID nach der Kombination und lachte – dabei war es wirklich zum Heulen.
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Keine Medaille in Peking?
Gold in der alpinen Kombination schien greifbar nach all den Rückschlägen und Enttäuschungen, doch dann schied Shiffrin wieder im Slalom aus, diesmal am zwölften Tor. „Ich fühle mich wie eine Witzfigur“, meinte sie.
Somit droht ihr eine Heimreise ohne Medaille. Denn im Team-Wettbewerb am Samstag hat die USA maximal Außenseiterchancen. (DATEN: Der Zeitplan von Olympia 2022)
„Ich weiß nicht, ob irgendjemand in der Geschichte der Olympischen Spiele mit so vielen Chancen so hart gescheitert ist“, fand sie klare Worte bei NBC.
Aber wieder weinen, wie nach dem Aus im Riesenslalom und im Spezialslalom? Nein, „ich bin wirklich enttäuscht und wirklich frustriert“, erzählte sie, „aber ich habe keine Emotionen, keine Energie mehr übrig.“
Die Olympischen Winterspiele 2022 finden vom 4. bis 20. Februar im chinesischen Peking statt. SPORT1 stellt die Sportstätten vor.
Goggia mit Botschaft an Shiffrin
Dabei schien das Feld bereitet. In der Kombi-Abfahrt überzeugte die Weltmeisterin und Olympia-Zweite von 2018 als Fünfte – auf den Skiern von „Speed Queen“ Sofia Goggia.
Die Italienerin hatte ihr sogar eine Botschaft auf die roten Latten geklebt: „Fliege Mika, du kannst es!“ Doch ausgerechnet in ihrer Spezialdisziplin Slalom folgte der krachende Absturz. (News: Alle aktuellen Infos zu Olympia 2022)
„Ein kleines Loch“ in der Piste sei Schuld gewesen, meinte die 26-Jährige. Nicht der Druck? „Ich habe keinen gespürt“, behauptete sie.
Dass sie sich „60 Prozent“ aller Nullrunden in ihrer Karriere auf dieser gar nicht besonders anspruchsvollen Strecke in Yanqing geleistet hat, „verstehe ich nicht“, sagte sie kopfschüttelnd, „und ich kann gar nicht sagen, wie frustriert ich darüber bin“.
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Olympiasiegerin Gisin leidet mit Shiffrin
Kein Grund für ihr Ausscheiden sieht sie beim Material. „Ich hatte mit die besten Skier hier in Peking. Im Training, in der Abfahrt letzte Woche, im Slalom, selbst heute“, erläuterte sie im NBC-Interview.
Selbst die alte und neue Olympiasiegerin Michelle Gisin litt mit. „Schade für Mikaela, ich hätte Gold gerne mit ihr ausgefochten“, sagte Gisin.
Stattdessen setzte sich die 28-Jährige, die im Super-G bereits Bronze gewonnen hatte, vor ihrer Teamkollegin Wendy Holdener und Federica Brignone aus Italien durch. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)
Shiffrin: „Leute werden Haufen Mist reden“
„Ich weiß, dass die Leute einen Haufen Mist über mich reden werden“, schwante Shiffrin, „wie ich versagt hätte, als es drauf ankam. Aber seltsamerweise habe ich davor keine Angst.“ (BERICHT: Emotionaler Post von Shiffrin)
Wie es weiter geht? Sie werde nicht klein beigeben, sondern am Samstag im Team Event starten, „weil ich dumm genug bin“.
Die gute Nachricht: Das Parallel-Rennen, in dem auch der Deutsche Skiverband seine letzte Medaillenchance nutzen will, wird auf einer Nachbarstrecke ausgetragen.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)