Es ist drei Jahre her, dass die Welt für Katrin Beierl plötzlich in sich zusammenfiel. Bei einem Urlaub in Peru traten bei einem Flug über die Anden auf dem Weg nach Machu Picchu Sehstörungen und Taubheitsgefühle im Arm auf. Beierl dachte zunächst an eine heftige Migräneattacke.

Zurück in Österreich folgte der Schock. Die Diagnose: Schlaganfall! Und zwar nicht der erste, sondern bereits der dritte. Die beiden vorherigen waren unbemerkt geblieben. Doch Aufgeben kam für Beierl nicht in Frage. „Ich brauche den Sport, sonst gehe ich ein“, sagte Beierl. Also kämpfte sie sich zurück, obwohl das Sehvermögen der Bobpilotin auf dem linken Auge weiterhin leicht beeinträchtigt ist.

Trotz einem Nagel im Fuß startet Katrin Beierl bei den Olympischen-Winterspielen
Trotz einem Nagel im Fuß startet Katrin Beierl bei den Olympischen-WinterspielenTrotz einem Nagel im Fuß startet Katrin Beierl bei den Olympischen-Winterspielen

Mittelfußbruch kurz vor Olympia

Doch kurz vor Olympia erfolgte der nächste Rückschlag. Ende Januar fiel der 32-Jährigen im Kraftraum ein Gewicht herunter, sie erlitt einen Mittelfußbruch, wurde operiert. Unterkriegen ließ sie sich erneut nicht und geht im Eiskanal von Cortina bei ihren dritten Olympischen Spielen mit einem Nagel im Fuß an den Start.

Die Schmerzen seien „managebar“, im Monobob hatte sie trotzdem Probleme. „Die zwei Läufe sind nicht so gelaufen, wie ich mir das erhofft hätte. Es war schwer, die Konzentration hochzuhalten. In den letzten Tagen war aufgrund der Verletzung viel los“, erklärte Beierl und verzichte auf die Durchgänge 3 und 4.

Der Fokus liegt nun auf dem Zweierbob

Der Fokus liegt nun voll auf dem Zweierbob mit der ehemaligen Top-Leichtathletin Christania Williams, die 2016 in Rio Silber mit Jamaikas 4×100-Meter-Staffel gewann. Beierl verweist „auf einen Hauch Cool Runnings“ und lacht dabei. Ihre gute Laune hat sie sich allen Rückschlägen zum Trotz bewahrt.