Bronze gewonnen, Maskottchen verloren: Einen Tag nach Platz drei mit ihrem Eiskunstlaufpartner Nikita Volodin berichtete Minerva-Fabienne Hase von einem bitteren Verlust. Die Olympia-Maskottchen, die beiden Hermelin-Geschwister Tina und Milo, sind bei der Siegerehrung abhandengekommen.

„Wir waren auf dem Podium und es wurden noch Fotos gemacht. Ich habe die Maskottchen an die Bande gelegt und dann war alles so hektisch. Irgendwie haben wir sie dann nicht mitgenommen, das Team hat sie auch nicht mehr gefunden. Und jetzt sind sie weg“, berichtete Hase während einer Pressekonferenz am Dienstag.

Minerva Fabienne gewann im Paarlaufen Olympia-Bronze
Minerva Fabienne gewann im Paarlaufen Olympia-BronzeMinerva Fabienne gewann im Paarlaufen Olympia-Bronze

Maskottchen nach Olympia-Bronze verschwunden

„Ehrlich gesagt war es das Schönste an der Medaille, dass die Maskottchen dabei sind“, sagte Hase und startete einen Aufruf: „Die bekommt man ja hier nicht mehr. Ich hoffe, dass wir die noch finden oder einen Ersatz bekommen. Die würde ich schon gerne mit nach Hause nehmen.“

Obwohl das Eiskunstlauf-Duo nach der Kür von Platz eins auf Rang drei zurückfiel, überwiegt bei Hase mit einer Nacht Abstand die Freude über die Bronzemedaille: „In der Kür habe ich leider ein bisschen gepatzt. Wir wollten eine Medaille, es musste nicht unbedingt Gold sein. Die Freude ist sehr groß, dass es zu Bronze gereicht hat.“

„Ich war am Tiefpunkt meiner Karriere“

2022 in Peking war Hase mit ihrem damaligen Lauf-Partner Nolan Seegert noch Letzte geworden. „Die zwei Spiele waren wie Hölle und Himmel. Hätte mir vor vier Jahren jemand gesagt, dass ich bei Olympischen Spielen auf dem Podium stehen darf, hätte ich im Leben nicht daran geglaubt. In Peking war ich am Tiefpunkt meiner Karriere und habe zwischendurch überlegt, aufzuhören“, erklärte Hase: „Mein ganzes Team hat dann gesagt: ‚Komm wir haben da einen guten Kerl gefunden für dich.‘ Als ich dann mit Nikita das erste Mal auf dem Eis stand, wusste ich sofort, da ist ganz großes Potenzial da, für uns beide nochmal richtig was zu reißen.“

Vor drei Jahren knüpfte Chefcoach Dmitri Savin, ein russischer Paarlaufspezialist, den Kontakt zum aus Sankt Petersburg stammenden Volodin. Es sollte der Startschuss in eine Erfolgsgeschichte werden.

Deutsches Duo lässt Zukunft offen

Die sportliche Zukunft ließen beide in Mailand offen. „Wir werden die Saison beenden, den Sommer genießen, ein bisschen freimachen. Ich habe einen Bundeswehr-Lehrgang. Dann schauen wir, wie es weitergeht, wie lang und in welchem Rahmen“, sagte Hase. Als letzter großer Wettkampf steht die WM im März in Prag an.

Zu einem ernsten Thema wollten sich Volodin und Hase erneut nicht äußern. Äußerungen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind für sie ebenso tabu wie zu den politischen Umständen in Russland. Der russische Sportminister plant angeblich, Athleten, die für ein anderes Land antreten, zu sanktionieren – finanziell oder auf eine andere Art. In den russischen Medien wird dabei Volodin als Betroffener genannt.