Der Belgier Remco Evenepoel hat das Einzelzeitfahren bei der Straßenrad-WM in Glasgow gewonnen, der 23-Jährige setzte sich am Freitag nach 47,8 km mit Start und Ziel in Stirling in 55:19,23 Minuten durch und verwies Filippo Ganna (+12,28 Sekunden) aus Italien und den Briten Joshua Tarling (+48,20) auf die Plätze.

Für Evenepoel war es nach Silber (2019) und Bronze (2021 und 2022) das erste WM-Gold im Einzelzeitfahren. Im Vorjahr hatte er sich bereits zum Weltmeister im Straßenrennen gekrönt.

Die deutschen Starter fuhren wie erwartet nicht um die Medaillen mit. Lennard Kämna (Wedel) kam auf dem 19. Rang mit einem Rückstand von 3:00,59 Minuten auf Evenepoel ins Ziel.

Damit kam Kämna aber noch vor Superstar Tadej Pogacar ins Ziel. Der Slowene fuhr mit 3:06 Minuten Rückstand nur auf Rang 22. „Ich hatte heute nicht meinen besten Tag. Ich habe alles gegeben, aber ich war nicht auf meinem gewohnten Niveau“, suchte der zweimalige Tour-de-France-Sieger nach dem Rennen bei Eurosport nach einer Erklärung und wurde deutlich: „Mit diesem Ergebnis kann ich nicht zufrieden sein.

Ein Grund für den Einbruch beim Einzelzeitfahren sei das kräfteraubende Straßenrennen am vergangenen Sonntag gewesen. Dort hatte sich der 24-Jährige zur Bronzemedaille gequält. „Ich habe heute den Preis bezahlt“, sagte Pogacar dazu. Bereits nach dem Straßenrennen sagte ein völlig entkräfteter Pogacar: „Ich würde am liebsten im Liegen mit euch reden.“

Deutsche Fahrer ohne Medaillenchancen

Der Kölner Nils Politt belegte Platz 32 (+3:55,51 Minuten). Der letzte deutsche Sieger war Tony Martin 2016 in Doha, insgesamt sicherte sich der Olympia-Zweite von 2012 viermal das Regenbogentrikot.

Das Straßenrennen am vergangenen Sonntag hatte der Niederländer Mathieu van der Poel vor Wout van Aert (Belgien) und dem zweimaligen Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar (Slowenien) gewonnen.

—–

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)