Angeführt von Rekord-Olympiasiegerin Isabell Werth haben die deutschen Reiter bei ihrer finalen WM-Sichtung mit einem Sieg beim Nationenpreis überzeugt. Die deutsche Equipe setzte sich in Hagen am Teutoburger Wald mit einem Dreifacherfolg im Mannschaftswettbewerb durch und lieferte wichtige Erkenntnisse für Bundestrainerin Monica Theodorescu für die anstehende WM-Nominierung.
Beste Reiterin im Nationenpreis, der aufgrund der WM in Aachen (11. bis 23. August) dieses Jahr nicht im Rahmen des CHIO in der Soers stattfindet, war wie erwartet Werth mit Wendy (81,051 Punkte), es folgten Frederic Wandres mit Bluetooth (76,087) und Raphael Netz mit Great Escape Camelot (73,696). Die vierte deutsche Teilnehmerin, Semmieke Rothenberger, beendete den Wettkampf mit Farrington auf Rang fünf (71,935).
Wer die deutsche Dressur-Equipe beim von allen Reitern langersehnten großen Saisonhöhepunkt, der WM, vertritt, entscheidet sich nach den bis Sonntag andauernden Wettkämpfen in Hagen. Hinter Werth und ihrem Pariser Mannschaftskollegen Wandres, die als gesetzt gelten, bahnt sich ein spannender Kampf um die WM-Kaderplätze an. Zahlreiche große Namen haben abgesagt. Insgesamt sechs olympische Goldmedaillen fehlen in den Personalien Jessica von Bredow-Werndl und Ingrid Klimke (in der Vielseitigkeit). Allerdings hätten sich die ehemals so erfolgsverwöhnten Reiterinnen erst einmal im deutschen Vergleich durchsetzen müssen.
So lauern Katharina Hemmer und Charlott-Maria Schürmann, die jeweils einen Sichtungstermin absagen mussten, auf die Startplätze. Hemmer, die im Vorjahr ihr EM-Debüt im Team vergoldete, steht in Hagen unter Druck, lieferte aber bereits am Donnerstag beim Sieg im Grand Prix vor Werth und Viva Gold ab. Schürmann muss sich dagegen auf ihre Leistungen bei den deutschen Meisterschaften in Balve verlassen, in Hagen musste sie zurückziehen. Am Samstag im Special und am Sonntag in der Kür gibt es weitere Chancen, die Bundestrainerin zu überzeugen.