Der Höhenflug von Tennis-Juwel Alexander Zverev geht ungebremst weiter. Nach einer tollen Aufholjagd besiegte der 17-jährige Lokalmatador Davis-Cup-Spieler Tobias Kamke mit 0:6, 7:5, 6:3 und zog bei seinem Heimspiel am Hamburger Rothenbaum ins Halbfinale ein.
Dort trifft Zverev am Samstag auf den topgesetzten David Ferrer (Spanien).
Den zweiten Finalisten ermitteln der frühere Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber (Augsburg/Nr. 7) und der Argentinier Leonardo Mayer. Kohlschreiber schaltete in der Runde der besten Acht den Tschechen Lukas Rosol mit 6:4, 6:4 aus.
„Am Anfang habe ich viele leichte Fehler gemacht. Dann lief es besser und ich konnte das Match drehen“, sagte Zverev: „Ab jetzt wird jedes Spiel schwerer.“
Zverev verwandelte seinen ersten Matchball nach 2:04 Stunden und steht als erster 17-Jähriger seit Marin Cilic 2006 in Gstaad unter den besten Vier bei einem ATP-Event.
Erst am Dienstag hatte der Teenager bei der mit 1,322 Millionen Euro dotierten Sandplatzveranstaltung seinen ersten Sieg auf der ATP-Tour eingefahren und im Laufe der Woche vier Top-100-Spieler geschlagen.
„Das ist eine sensationelle Story“, sagte Turnierdirektor Michael Stich. Der Wimbledonsieger von 1991 lobte Zverev: „Ich sehe sehr viel von mir in ihm.“
Immer wieder zeigte er die Sieger-Faust und feuerte sich mit „Come on“ an. Spätestens seit dem Gewinn des Juniorentitels bei den Australian Open Anfang des Jahres gilt Zverev als große Hoffnung des deutschen Tennis.
„Ein überragendes, außergewöhnliches Talent, er verbessert sich alle zwei Monate signifikant“, schwärmt Davis-Cup-Teamchef Carsten Arriens: „So einen deutschen Junior habe ich als Trainer noch nie gesehen.“
Arriens vergleicht den schmächtigen Jungprofi schon „mit den ganz Großen, die in seinem Alter auch nicht weiter waren“.
Sein Triumph vor zwei Wochen beim Challenger-Turnier in Braunschweig könnte jedenfalls ein Fingerzeig sein.
Dort hatte Zverev im Finale gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu gewonnen.