Tennis-Superstar Novak Djokovic ist mit einem Sieg in seine verspätet gestartete Saison eingestiegen.

Nach seiner geräuschvollen Ausweisung aus Australien wegen fehlender Corona-Schutzimpfung besiegte der Serbe in der ersten Runde des ATP-Turniers in Dubai an Montag den Italiener Lorenzo Musetti nach 74 Minuten mit 6:3, 6:3.

In seinem ersten offiziellen Match seit Anfang Dezember suchte Djokovic noch ein wenig seinen Rhythmus, er verschlug zuweilen Bälle, die er sonst sicher zu Punktgewinnen verwandelt.

Von den Rängen waren während der Partie immer wieder „Nole, Nole“-Rufe zu hören, was vor allem an den anwesenden serbischen Fans lag, die für ihren Helden extra die weite Reise in Kauf genommen hatten.

Novak Djokovic bedankt sich bei serbischen Fans

„Vielen Dank dafür, dass ihr mich auf dem Platz so willkommen geheißen habt“, sagte Djokovic nach dem Sieg, der sich auch mit ein paar serbischen Worten bei seinen Anhängern bedankte.

Im ersten Satz hatte Djokovic bei eigenem Aufschlag gegen die Nummer 58 der Weltrangliste drei Breakbälle abwehren müssen, nach 37 Minuten brachte er den Durchgang aber dann doch nach Hause.

Auch im zweiten Satz lief beim hohen Favoriten noch längst nicht alles glatt, was ihn zwischendurch auch einmal sichtbar frustrierte. Gefährdet war sein Erfolg aber nie.

Das Fazit von Djokovic lautete daher: „Unter dem Strich steht ein glatter Zweisatzsieg. Ich muss mit meinem Tennis zufrieden sein, vor allem, nachdem ich fast drei Monate lang nicht gespielt habe.“

Djokovic äußert sich zum Erfolg von Rafael Nadal

In der Pressekonferenz sprach der Weltranglistenerste dann unter anderem auch über den unerwarteten 21. Grand-Slam-Titel von Rafael Nadal bei den Australian Open.

„Vor vier, fünf Monaten war er noch auf Krücken und nun hat er einen Grand Slam gewonnen. Das ist unglaublich. Ich habe sehr viel Respekt vor ihm“, sagte Djokovic und fuhr fort: „Ich will nichts von seinem Triumph wegnehmen, weil ich nicht an dem Turnier teilgenommen habe.“

Auch über seine Abschiebung aus Australien sprach er: „Natürlich war es kein schönes Gefühl, das Land auf diese Art und Weise zu verlassen – und das Turnier aus der Ferne zu schauen.“

Als einziger ungeimpfter Spieler der Top 100 könnte er aber noch mehr Turniere verpassen, so zum Beispiel die prestigeträchtigen Turniere in Indian Wells und Miami im März.

„Stand jetzt kann ich in die USA nicht einreisen. Daher kann ich Stand jetzt nicht spielen. Aber mal abwarten, was passiert. Vielleicht ändern sich die Dinge in den nächsten Wochen“, sagte Djokovic.

Novak Djokovic durfte wegen einer fehlenden Corona-Impfung nicht an den Australian Open teilnehmen. Für den Serben ist das Verpassen weiterer Turniere ein Preis, den er "zu zahlen bereit" ist.

Novak Djokovic durfte wegen einer fehlenden Corona-Impfung nicht an den Australian Open teilnehmen. Für den Serben ist das Verpassen weiterer Turniere ein Preis, den er "zu zahlen bereit" ist.

Serbe versucht „all diese Energie zu kanalisieren“

Djokovic trifft in der zweiten Runde auf den Australier Alex de Minaur oder Karen Khachanov aus Russland.

Der 20-malige Grand-Slam-Gewinner darf in Dubai aufschlagen, weil die dortigen Behörden für die Einreise kein Impfzertifikat fordern.

„Die meisten Spieler haben mich positiv und herzlich empfangen. Das freut mich natürlich“, sagte Djokovic.

Im serbischen Fernsehen kündigte der streitbare Tennisstar an, nach dem turbulenten Jahresbeginn „all diese Energie zu kanalisieren und sie in geistigen und körperlichen Treibstoff umzuwandeln. Das ist sicherlich eine zusätzliche Motivation.“

Djokovic droht Nummer 1 an Medvedev zu verlieren

Djokovic geht in seine 361. Woche als Nummer eins der Tennis-Welt, er könnte die Spitzenposition aber in den kommenden Tagen an Daniil Medwedew verlieren.

Der russische US-Open-Sieger übernimmt am kommenden Montag aus eigener Kraft erstmals die Spitze im Ranking, wenn er das parallel ausgetragene Turnier im mexikanischen Acapulco gewinnt.

Dort haben allerdings auch Olympiasieger Alexander Zverev (Hamburg) und der spanische Australian-Open-Champion Rafael Nadal gemeldet.

„Er hat es verdient, die Nummer eins zu sein“, sagte Djokovic am Sonntag über seinen Verfolger: „Wenn es in dieser Woche passiert, werde ich der Erste sein, der ihm gratuliert.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)