Am Samstagnachmittag duellieren sich Jasmine Paolini und Barbora Krejcikova um den Titel in Wimbledon. Für beide Spielerinnen ist es das erste Endspiel bei dem Rasenklassiker – und für eine von ihnen wird ein unverhofftes Märchen wahr.
Mit 28 Jahren steht Paolini – bis Ende 2023 bei jedem Grand-Slam-Turnier in Runde 1 oder 2 ausgeschieden – plötzlich in ihrem zweiten Major-Finale in Folge und kann Italiens erste Siegerin beim prestigeträchtigsten Turnier der Welt werden.
Jasmine Paolini ist die Überraschung des Tennis-Jahrs
„Ich weiß es nicht“, antwortete Paolini im Vorfeld auf die Frage nach den Gründen für ihren kometenhaften Aufstieg mit 28 Jahren. Das sei alles ziemlich irre.
„Zwei Grand-Slam-Finals in Folge zu erreichen – das ist doch verrückt, oder?“, sagte die Italienerin längst wieder mit diesem typischen Grinsen im Gesicht, das sie derzeit von einem Erfolg zum nächsten trägt. Nach dem Endspiel bei den French Open verdiente sich Paolini mit großem Kampfgeist, mit ihren schnellen Beinen, mit ihrer Power und dem nie weichenden Optimismus bei dem Rasenklassiker direkt die nächste Titelchance. Das war zuletzt Serena Williams im Jahr 2016 geglückt.
Paolini, die nach dem historisch langen Halbfinale gegen Donna Vekic (2:51 Stunden) noch genug Kraft für einen Jubellauf aufbrachte, trifft am Samstagnachmittag im Finale auf die Tschechin Barbora Krejcikova. Und versucht, die Welle weiterzusurfen, die sie Anfang des Jahres erwischte.
Ein märchenhaftes Jahr
In Melbourne ging es für die 163 Zentimeter große Athletin aus der Kleinstadt Castelnuovo di Garfagnana in der Toskana erstmals bei einem Grand Slam über die zweite Runde hinaus. In Dubai folgte Ende Februar der erste große Titel für den Shootingstar mit Großeltern auf Polen und Ghana.
Dann kam der Lauf in Paris, den erst Sandplatzkönigin Iga Swiatek beendete. Nun will Paolini, die sich laut ihres Trainers im Vergleich zum Vorjahr besser bewege und wohl noch fitter ist, in Wimbledon ein schon jetzt außergewöhnliches Jahr krönen.
„Ich habe das Gefühl, dass ich vielleicht am Samstag nervös sein werde“, sagte sie: „Aber ich fühle mich auch entspannt. Ich bin derselbe Mensch. Ich tue die gleichen Dinge.“ Mit fortwährender Freude wird Paolini auch für das längst entzückte Italien, das immer mehr zur Tennismacht wird, um die Krönung kämpfen.
Krejcikova kann tschechische Erfolgsserie fortsetzen
Krejcikova – Ex- Schützling der verstorbenen Jana Novotna – könnte derweil als dritte tschechische Spielerin in den vergangenen zehn Jahren triumphieren nach Petra Kvitova (2014) und Marketa Vondrousova, die im Vorjahr überraschend den großen Coup landete.
„Wir werden beide kämpfen“, sagte die Paris-Gewinnerin von 2021, die nach ihrem bisher größten Erfolg auch schwierige Zeiten durchmachen musste.
„In dieser Saison war es sehr schwierig“, sagte Krejcikova, die Rückenprobleme und Krankheiten zurückwarfen. Sie habe sich nie vorstellen können, das Wimbledon-Finale zu erreichen. Doch nun hat sie eine große Chance auf den Titel.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)