Der Transferpoker um Kylian Mbappé wird ganz offensichtlich heißer. Paris Saint-Germain hat nun in Person von Leonardo Stellung zur aktuellen Situation bezogen.
“Kylian Mbappé will zu Real Madrid und wir werden ihn nicht davon abhalten”, sagte der PSG-Sportdirektor RMC Sport, schränkte jedoch ein: “Wir haben Nein zu Madrids erstem Angebot gesagt, aber wenn unsere Konditionen übereinstimmen sollten, werden wir sehen.” (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)
Damit ist klar: PSG würde seinen Superstar ziehen lassen, sollte Real sein Angebot – das Berichten zufolge bisher bei 160 Millionen Euro gelegen haben soll – wesentlich erhöhen.
PSG-Sportdirektor Leonardo: Real-Angebot für Mbappé zu niedrig
“Real Madrids offizielles Angebot ist weit weg von dem, was wir für Kylian haben wollen. Ja, es sind etwa 160 Millionen Euro”, bestätigte Leonardo auch die genannten Zahlen. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der Ligue 1)
“Es ist weniger, als wir 2017 für ihn bezahlt haben”, machte der Brasilianer aber auch deutlich. Damals hatte der französische Spitzenklub, der in diesem Sommer Lionel Messi unter Vertrag genommen hat, insgesamt etwa 180 Millionen Euro an AS Monaco überwiesen.
Außerdem bezeichnete Leonardo das Vorgehen der Königlichen gegenüber Mbappé als “respektlos, falsch und illegal”.
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Leonardo vermutet Real-Taktik
Doch er geht offenbar nicht davon aus, dass Real komplett ernst macht. “Es macht den Anschein, dass die Strategie darin besteht, sich von uns ein Nein abzuholen, um damit zu demonstrieren, dass sie alles probiert haben, und ein Jahr warten, um Mbappé ablösefrei zu bekommen. Kylian hat immer versprochen, dass er nicht für umsonst gehen würde”, schob Leonardo hinterher.
Noch ohne Lionel Messi und Sergio Ramos gewinnt PSG auch sein drittes Ligaspiel in dieser Saison. Der von Paris umworbene Kylian Mbappé erzielt dabei ein tolles Kopfballtor.
Der Vertrag des 22 Jahre alten Weltmeisters von 2018 läuft im kommenden Sommer aus. Die bisherigen Bemühungen um eine vorzeitige Verlängerung blieben bislang erfolglos.
Hinter Mbappés Zukunft steht spätestens seit der Verpflichtung des argentinischen Superstars Messi von Madrids Erzrivale FC Barcelona ein großes Fragezeichen. Zwar könnte Mbappé mit dem früheren Barca-Idol und dem brasilianischen Superstar Neymar in der kommenden Saison einen Traumsturm bilden, doch angeblich soll er mit seiner neuen Rolle als nur noch dritter Mann hinter den beiden Topstars nicht zufrieden sein.
Al-Khelaifi will Mbappé halten
PSG drängt in den letzten Wochen durch den katarischen Klub-Boss Nasser Al-Khelaifi sehr auf Mbappés Unterschrift unter einen neuen Vertrag. “Er hat mir gesagt, dass er eine starke Mannschaft haben will, die hat er jetzt. Eine stärkere Mannschaft kann man nicht haben. Er hat keine Ausrede, etwas anderes zu tun als zu bleiben”, sagte Al-Khelaifi zuletzt im Rahmen von Messis Vorstellung über Mbappés Situation. (DATEN: Tabelle der Ligue 1)
Mbappés Zaudern bei der Entscheidung hat den Publikumsliebling bei den PSG-Fans schon Sympathien gekostet. Mitte August war der Torjäger bei der Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung für das Ligaspiel gegen Racing Straßburg lautstark ausgepfiffen worden.
Madrid hat ungeachtet seines enorm hohen Schuldenbergs mehr finanziellen Spielraum als noch vor wenigen Wochen. Durch den Abgang von Vereins-Ikone Sergio Ramos zu PSG und den Verkauf von Mbappés Weltmeister-Kollege Raphael Varane an den englischen Rekordmeister Manchester United stehen dem Klub von Ex-Weltmeister Toni Kroos offenbar wieder ausreichend Mittel für die Offerte für Mbappé und auch die Finanzierung seines künftigen Gehalts zur Verfügung.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)