Gestern war ein schöner Tag, gestern ist die Transferperiode zu Ende gegangen. (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)

Endlich Schluss mit der Fragerei und dem Buchstabieren. Thomas Wer? Marcel Wieschreibtdersich? Ich glaube, dass die Bundesliga-Klubs noch nie so viele uninteressant klingende Spieler eingekauft haben wie diesmal.

Upamecano und Sabitzer zum FC Bayern – und sonst?

Die spannendsten Personalien dieses Sommers waren Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer. Beide kamen aus Leipzig und gingen zu den Bayern.

Früher wären das allenfalls Transferbegleiterscheinungen gewesen. Früher wechselten Schwergewichte wie Ribéry, Lewandowski, Hummels, Götze, Haaland oder Robben in oder durch die Liga. Früher klangen auch die neuen Trainer spannender: Pep Guardiola! Carlo Ancelotti!

Heute weiß ich gar nicht, auf wen ich mich zuerst nicht freuen soll. Die Transferliste liest sich wie ein Wissenstest für Fortgeschrittene: Kristijan Jakic, Aster Vranckx, Mohamed Simakan, Donyell Malen.

Und Sebastiaan Bornauw. Das muss man sich mal vorstellen: Bornauw kostete 13,5 Millionen Euro, das macht ihn zum teuersten Einkauf des Tabellenführers VfL Wolfsburg. Der Mann kämpfte vor drei Monaten noch in der Relegation gegen den Abstieg in die zweite Liga.

Kylian Mbappé möchte zu Real Madrid wechseln und auch die Madrilenen hatten durchaus Interesse den 22-jährigen zu verpflichten. Jetzt ist der Wechsel geplatzt.

Kylian Mbappé möchte zu Real Madrid wechseln und auch die Madrilenen hatten durchaus Interesse den 22-jährigen zu verpflichten. Jetzt ist der Wechsel geplatzt.

Wird Pongracic beim BVB Zünglein an der Waage?

Borussia Dortmund wiederum hofft, dass ein Spieler namens Marin Pongracic im Titelkampf gegen die Bayern zum Zünglein an der Waage wird. Oder vielleicht zum Zünglein an der Wade? Er ist Innenverteidiger.

Aus Wolfsburg, wo dieser Pongracic bisher spielte, holt sich Zweitligist FC St. Pauli übrigens einen gewissen Beifus. Ich dachte bisher immer, den gibt es nur bei Asterix.

Marcus Ingvartsen, Wahid Faghir, Leon Dajaku, Myziane Maolina. Es geht immer weiter. Sie können bestimmt alle kicken, aber man kennt sie nicht.

Ein Grund mehr, Corona zu hassen

Genug davon. “No Jokes with Names” habe ich schon als Volontär gelernt. Die können ja alle nichts dafür, dass die den Trikotbeflockern der Liga den Schweiß auf die Stirn treiben werden. Aber die Liga kann was dafür, dass keiner mehr die Spieler kennt, die sie holt, geschweige denn sich auf sie freut.

Okay, ich weiß, die Bundesliga war noch nie das Mekka der ganz großen Namen. Und zugegeben, es gab früher auch kein Corona und deshalb viel mehr Geld.

n

HERE SHOULD BE OZ VIDEO – EMBED IT AGAIN WITH VIDEO ID: 704C0462-F67A-49C7-883C-7643803E1289
nCAPTION: Borussia Dortmund: Die Gründe für den Verbleib von Roman Bürki
nDESCRIPTION: Borussia Dortmund hat auf der Torhüter-Position ein Schweizer Luxusproblem. Roman Bürki will trotz einiger Angebote um seinen Platz im Tor kämpfen.

n

Noch im Sommer 2019 haben die 18 Erstligisten 750 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. Im Sommer 2021 nur noch 416 Millionen (ein Drittel der Premier League).

Ein Grund mehr, Corona zu hassen.

Alex Steudel ist freier Journalist in Hamburg. Er war Bayern- und Nationalmannschaftsreporter und Chefredakteur von Sport-Bild. Heute widmet er sich in seiner Kolumne für SPORT1 auf nicht immer ganz ernstgemeinte Weise aktuellen Fußball-Themen. Die besten Steudel-Texte gibt‘s auch als Buch: Infos und Bestellung hier.

Alles zur Bundesliga bei SPORT1: