Kurz vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft sorgen die Proteste in Mexiko-Stadt weiter für Aufsehen. Demonstrierende Lehrkräfte stürzten am Dienstag riesige Statuen von Spielern und drohten mit zunehmenden Protesten vor dem Turnier, sollte die Regierung nicht auf ihre Forderungen eingehen.

Die fünf Meter hohen Plastikfiguren von Spielern aus aller Welt säumen die Allee Paseo de la Reforma. Die Demonstranten rissen drei dieser Statuen mit Hilfe von Seilen um, zogen ihnen die Trikots aus und verbrannten diese. Dabei handelte es sich um die Figuren von Spanien, Belgien und Frankreich. „Wenn es keine Lösung gibt, rollt der Ball nicht“, war in roter Graffiti-Schrift auf einer der Statuen zu lesen. Die mexikanische Figur blieb unter anderem zunächst verschont, die Polizei griff nicht ein.

Präsidentin Claudia Sheinbaum bezeichnete die Demonstration, die zu Straßensperrungen führte, als friedlich. In einer Regierungserklärung wurde zudem zur Wiederaufnahme des Dialogs aufgerufen.

Ein Teil der Lehrergewerkschaft CNTE hatte zuvor zu dem Protest aufgerufen, der bereits am Montag für Unruhen gesorgt hatte. Die Polizei hatte dabei einen Marsch in der Nähe des Zócalo genannten zentralen Platzes, wo das Fanfest stattfinden wird, mit Tränengas aufgelöst.

Am Dienstag sperrten die Beamten den Platz weiterhin mit Metallbarrikaden ab. CNTE droht zudem mit Massendemonstrationen bei der Eröffnung der WM am 11. Juni, falls die Regierung ihre Forderungen nach Gehaltserhöhungen und neuen Verhandlungen über das Rentensystem nicht erfüllt.