Pittsburgh. Es laufen die Wochen der Wahrheit in der Major League Baseball, und die Los Angeles Dodgers marschieren weiter an der Spitze der NL West. Am Donnerstagabend (Ortszeit) sicherte sich der Spitzenreiter durch einen umkämpften 8:6-Erfolg im PNC Park den Seriengewinn (2:1 Siege) gegen die Pittsburgh Pirates. Doch nach dem letzten Out herrschte in der Kabine der Kalifornier gedrückte Stimmung. Der Grund: MVP Shohei Ohtani und Startwerfer Justin Wrobleski mussten die Partie vorzeitig verletzt verlassen.
Ohtanis Traum-Abend endet im Lazarett
Bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung im siebten Inning erlebte Shohei Ohtani einen absoluten Sahnetag. Der amtierende MVP der National League war von den Pitchern der Pirates schlicht nicht zu bändigen und erreichte bei all seinen vier Auftritten an der Plate die Base.
Das sportliche Highlight folgte im dritten Inning: Mit einem krachenden Schwung beförderte der japanische Superstar den Ball zum Solo-Homerun – seinem 13. der laufenden Spielzeit – tief auf die Tribüne. Neben dem Homerun verbuchte Ohtani einen Single und erarbeitete sich zwei Walks.
Die Ernüchterung folgte im siebten Inning, als die Dodgers beim Stand von 8:4 eigentlich auf der Siegerstraße einbauten. Anstelle von Ohtani schickte Manager Dave Roberts einen Pinch Hitter (Einwechsel-Schlagmann) auf das Feld. Kurz darauf gaben die Dodgers-Verantwortlichen eine erste Diagnose bekannt: Entzündung im linken Knie. Wann genau die Schmerzen beim 700-Millionen-Dollar-Mann einsetzten, ist noch unklar. In Los Angeles hält man nun kollektiv den Atem an und hofft, dass keine strukturellen Schäden im Gelenk vorliegen.
Schmerzhafter Crash auf dem Mound und Offensiv-Spektakel
Ohtani war an diesem denkwürdigen Abend nicht der einzige verletzungsbedingte Ausfall der Dodgers. Starting Pitcher Justin Wrobleski erwischte es im fünften Inning noch heftiger. Ein knallharter Line Drive von Pittsburghs Bryan Reynolds traf den linkshändigen Werfer brutal am Oberschenkel.
Der Ball prallte zu First Baseman Freddie Freeman ab, der geistesgegenwärtig zu Wrobleski warf, der zur Base geeilt war. Beim anschließenden Play kollidierte Wrobleski unglücklich mit dem heranstürmenden Reynolds. Die Diagnose: Eine schwere Oberschenkelprellung (Hamstring Contusion). Wrobleski musste nach 4,2 Innings und vier erlaubten Runs runter.
Offensiv zeigten sich die Dodgers ansonsten gut erholt von den jüngsten personellen Rückschlägen. Talent Andy Pages steuerte zwei Hits bei, während Kyle Tucker mit einem Two-Run-Single im richtigen Moment die Weichen auf Sieg stellte. Auch Routinier Miguel Rojas glänzte mit zwei RBI (Runs Batted In). Auf der Gegenseite erwischte Pirates-Starter Mitch Keller (5-4) einen rabenschwarzen Abend und wurde in vier Innings mit fünf Runs der Dodgers-Offensive regelrecht filetiert.
Zwar bäumten sich die Pirates dank des ersten Karriere-Homeruns von Rookie Rafael Flores Jr. und eines weiteren Schusses von Brandon Lowe noch einmal auf, doch die Kölner und Bostoner Reliever in der Dodgers-Bullpen hielten stand. Jack Dreyer (3-1) sicherte sich den Win im siebten Inning, während Closer Tanner Scott die letzten vier Outs der Partie souverän einfuhr und sich sein siebtes Save der Saison verdiente.
So geht es weiter: Vorschau auf die nächsten Duelle
Für beide Teams geht es ohne Atempause weiter. Die Dodgers reisen nach Chicago, wo am Freitagabend ein absolutes Pitching-Schmankerl wartet: Das japanische Wunderkind Roki Sasaki (4-3, 4.03 ERA) startet für L.A. gegen den Linkshänder der White Sox, Anthony Kay (5-1, 4.40).
Die Pirates empfangen unterdessen die Miami Marlins. Dabei hofft Pittsburghs Rechtshänder Braxton Ashcraft (5-3, 3.28 ERA) auf Schützenhilfe gegen Miamis Ass Sandy Alcantara (5-4, 4.33).
Was meint ihr, wie schwer wiegt der drohende Ausfall von Shohei Ohtani für die Ambitionen der Dodgers im Kampf um die World Series? Können Spieler wie Kyle Tucker und Freddie Freeman die Offensive im Ernstfall alleine tragen? Schreibt eure Einschätzungen in die Kommentare!