Die Playoffs der NBA beginnen am Samstagabend. Die Dallas Mavericks steigen in der Nacht auf Sonntag mit ihrem ersten Spiel bei den Houston Rockets (ab 3.30 Uhr LIVESCORES) in die Postseason ein.
Das Duell mit den zweitplatzierten Rockets um James Harden wird eine schwere Aufgabe. Doch eine spezielle Taktik könnte dem Team von Dirk Nowitzki Erfolg bringen. Die schwache Freiwurfquote kann Houston laut Ex-NBA-Star Charles Barkley das Genick brechen.
„Die Rockets haben drei Leute, bei denen du ‚Hack-a-Shaq‘ anwenden kannst“, erklärte der Hall of Famer in einer Telefonkonferenz.
Taktik benannt nach Shaquille O’Neal
Hack-a-Shaq bedeutet, dass ein schlechter Freiwurfschütze abseits des Balles gefoult wird, um ihn an die Linie zu schicken. Der gefoulte Akteur trifft seine Versuche mit einer schwachen Quote, die Mannschaft kommt nicht in einen Spielrhythmus und kann nicht konstant punkten.
Der Name kommt von Center-Legende Shaquille O’Neal, der ein häufiges Opfer war. Ansehnlich ist die Taktik nicht, häufig aber effektiv.
Mit Dwight Howard (52,8%), Josh Smith (49,8%) und Terrence Jones (60,6%) zeigen gleich drei Leistungsträger ein zittriges Händchen. „Drei Spieler im gleichen Team, das ist verrückt. So etwas habe ich noch nie erlebt“, erklärte Barkley, der seit gut 30 Jahren im NBA-Geschäft unterwegs ist.
Barkley erwartet maximale Spannung
Die Rockets können sich seiner Meinung nach nicht auf MVP-Kandidat James Harden verlassen. „Dallas‘ Trainer Rick Carlisle wird es verhindern, dass Harden im Alleingang Spiele gewinnt. Dwight Howard oder ein anderer Spieler muss sich deutlich steigern.“
Der Analyst von TNT erwartet eine „großartige Serie, die völlig offen ist“. Dallas sei ein Playoff-Team, das sich steigern werde und während der Serie reagieren kann, um die richtigen Umstellungen vorzunehmen. „Monta Ellis ist ihr bester Spieler und sie haben Dirk und Rondo.“
Während Atlanta auch in den Playoffs auf Team-Basketball setzt, sticht bei Cleveland die individuelle Qualität heraus. Der SPORT1-Check für die Eastern Conference.
Bei der MVP-Wahl führt seiner Meinung nach kein Weg an Harden oder Steph Curry von den Golden State Warriors vorbei. „Wer jemand anderen wählt, sollte sich durchchecken lassen“, so der 52-Jährige, der dafür bekannt ist, kein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Schröders Hawks kein Favorit
Die Warriors hält er wie auch die Atlanta Hawks um Dennis Schröder nicht für titeltauglich, obwohl beide ihre Conference auf Rang 1 beendet haben.
„Ich mag keine Sprungwurf-Teams. Du kannst nicht genügend Würfe von außen treffen, um vier Serien in Folge zu gewinnen“, sagte Barkley. Vor allem gegen große Teams würde der Westprimus Schwierigkeiten bekommen. Selbst Erstrundengegner New Orleans könnte Golden State vor Probleme stellen (Auftaktduell ab 21.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und LIVESCORES). „Die Pelicans haben starke Leute unterm Korb - und keiner kann Anthony Davis verteidigen.“
Die Teams im Westen lieferten sich schon in der regulären Saison einen erbarmungslosen Kampf um die Plätze. Harden und Curry sind die heißesten MVP-Anwärter. Der SPORT1-Check.
Auch bei Atlanta sei neben der wurflastigen Spielweise die fehlende Größe und Masse unterm Korb ein Problem.
Prognose für den Titel unmöglich
Im Osten setzt Barkley deshalb eher auf die Cleveland Cavaliers und die Chicago Bulls. „Mann, das könnte eine erstklassige Zweitrundenserie werden. Wenn bei Chicago alle fit sind, sind sie das bessere Team und das Team, das es im Osten zu schlagen gilt. Sie haben mehr Waffen als Cleveland, bei denen LeBron James stark spielen muss, damit sie gewinnen.“
Eine Meisterschaft von den Cavs bei der Rückkehr von LeBron James wäre für ihn jedoch „eine der coolsten Geschichten, seitdem ich mit der NBA zu tun habe.“
Den möglichen Champion vorherzusagen, sei ein Ding der Unmöglichkeit. „Ich habe absolut keine Ahnung“, sagte Barkley lachend: „Vor allem der Westen ist so hart umkämpft. Es gibt insgesamt bestimmt sieben Teams, die Meister werden können.“