Nach den Ausschreitungen im Zuge der Feierlichkeiten nach dem Champions-League-Triumph von Paris Saint‑Germain hat die französische Polizei fast 900 Menschen festgenommen. Das teilte Innenminister Laurent Nunez am Montag zwei Tage nach dem Finalsieg von PSG gegen den FC Arsenal mit.
„Wir haben mehr als 890 Festnahmen“, sagte Nunez dem Sender France Inter. Dies entspreche einer Steigerung um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als PSG das Finale von München gegen Inter Mailand gewann. Zudem seien fast 180 Polizeibeamte verletzt worden.
„Wir wollen so etwas nicht mehr sehen“, hatte Präsident Emmanuel Macron am Sonntag beim Empfang der Mannschaft im Élysée-Palast gesagt: „Das ist kein Fußball, das ist kein Sport, das ist nicht das, was wir lieben. Deshalb danke ich unseren Polizisten und Gendarmen. Wir werden mit den Festgenommenen unnachgiebig vorgehen. Wir wollen so etwas nicht mehr sehen. Es reicht! Wir haben genug davon.“
Auch Nunez nannte die Unruhen, bei denen auch Fahrzeuge und Geschäfte beschädigt wurden, „absolut inakzeptabel“. Es gebe „eine gewisse Anzahl von Menschen, die diese festlichen Momente ausnutzen, um zu randalieren und zu plündern. Meine Aufgabe ist es, diesen Ausschreitungen ein Ende zu setzen. Genau das haben die Sicherheitskräfte getan. Und wenn es so viele Festnahmen gibt, dann liegt das daran, dass diese Arbeit offensichtlich gut gemacht wurde.“
In Paris hatten Anhänger laut der Nachrichtenagentur AFP die Ringautobahn gestürmt und den Verkehr aufgehalten. Nach dem Sieg von PSG im Elfmeterschießen seien zudem rund 20.000 Fans auf die Champs-Élysées geströmt, teilte die Polizei mit. Bei einem Unfall auf der Périphérique in Paris kam nach Angaben der Behörden ein Motorradfahrer ums Leben. Er prallte an einer Ausfahrt auf Betonblöcke, die dort aufgestellt worden waren.
Rund 22.000 Polizisten waren landesweit im Einsatz, davon 8000 in Paris, nachdem bereits der Triumph von PSG in der Königsklasse im vergangenen Jahr von Unruhen auf den Straßen begleitet worden war.