Bereits zum fünften Mal fand in diesem Sommer der Lofoten Skyrace statt, und Norwegens Biathlon-Elite nutzte dieses Rennen zur weiteren Saisonvorbereitung. Für Vetle Sjastad Christiansen wurde der Lauf jedoch zu einer echten Tortur, wie der 31-Jährige nach dem Rennen gestand.

„Es war ein 32 Kilometer langer Albtraum“, sagte der Drittplatzierte im Gesamtweltcup des vergangenen Winters dem norwegischen TV-Sender TV2. „Eigentlich hatte das Rennen gut begonnen. Doch ich war es so angegangen, als ob ich einen 10 Kilometer langen Massenstart vor mir hätte“, haderte er mit seiner Herangehensweise.

Am Ende kämpfte sich Christiansen auf Rang 58 ins Ziel, auf Rang eins fehlten ihm satte 75 Minuten. „Ich erhielt Unterstützung und Hilfe sowohl von den Einheimischen als auch von anderen Teilnehmern und einigen Leuten vom Roten Kreuz“, beschrieb Christiansen seinen Kampf: „Sie gaben mir Tabletten, Bananen, Wasser und Cola, aber es nützte nichts.“

Teamkollegin lässt Christiansen einfach stehen

Schlussendlich bezeichnete er dieses Rennen als die „wahrscheinlich schwierigste Sport-Erfahrung aller Zeiten. Ich hatte einen totalen Zusammenbruch, alle meine Muskeln waren blockiert“.

Was die Sache noch bitterer machte: Selbst Teamkollegin Ingrid Landmark Tandrevold überholte Christiansen auf der Strecke und nahm ihm 35 Minuten ab. „Ingrid kam plötzlich vorbei, als ich dort den Grat hinunterging. Ich hielt an, um zu grüßen, aber Ingrid achtete nicht auf mich, also war ich stinksauer“, erzählte er von dem Moment, als Tandrevold an ihm vorbeizog.

Die war sich jedoch keiner Schuld bewusst. „Ich wusste nicht einmal, dass er da war, und das lag nicht daran, dass ich so unglaublich schnell gelaufen bin, sondern eher daran, dass ich nicht erwartet hatte, ihn dort zu sehen. Ich dachte, er wäre schon weiter.“

Im Weltcup 2023/24 geht es für Christiansen wieder über gewohnte Distanzen. Dann will er seine kleinen Kristallkugeln im Einzelweltcup und Massenstart verteidigen. Ob er jedoch im kommenden Sommer wieder am Lofoten Skyrace teilnehmen wird, ist zu bezweifeln.