„Wir tragen nun einmal Waffen bei uns und müssen infolgedessen doppelt und dreifach darauf achten, dass die Sicherheit gewährleistet ist“: Franziska Preuß hat bei Eurosport deutliche Worte in Bezug auf den Vorfall um Sturla Holm Lägreid gefunden.

Der Norweger löste am vergangenen Weltcup-Wochenende im Schweizer Lenzerheide beim Trockentraining im Teamhotel versehentlich einen Schuss aus, der in die Wand einschlug. „So ein Fehler darf natürlich unter keinen Umständen passieren“, findet Preuß – und pflichtete damit unter anderem Laura Dahlmeier bei.

Als sie von dem Vorfall erfahren habe, sei sie „erschrocken und schockiert“ gewesen, berichtet Preuß. Jedoch zeigt sie auch Mitgefühl mit Lägreid – der in einem TV-Auftritt nach den Geschehnissen selbst in Tränen ausbrach. „Ich habe Sturlas Interview gesehen, das er dem norwegischen Sender NRK gegeben habt. Es geht mir als Sportlerin sehr nahe, mitzubekommen, was das in einem anderen Sportler auslöst.“ Nun sei es aber passiert „und war für den gesamten Biathlon-Zirkus ein Hallo-wach-Effekt“, hofft Preuß.

DSV mit jährlicher Waffenbelehrung

Neben den sportlichen Konsequenzen droht dem Norweger auch noch ein juristisches Nachspiel.

Ein Sprecher der Kantonspolizei Graubünden teilte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag mit, dass die Schweizer Polizei wegen „unvorsichtigen Umgangs mit Waffen“ Anzeige erstattet. Lägreid droht eine Geldstrafe.

Der DSV führt jedes Jahr „eine behördlich beauftragte Waffenbelehrung“ durch, wie Preuß erklärte. „Der Inhalt wiederholt sich oft, aber das ist gut, denn du wirst neu für die Thematik sensibilisiert.“ Zudem würden im deutschen Team alle Trockenübungen so absolviert, „als ob die Waffe geladen wäre“.

Auch andere aktive und ehemalige Athleten haben sich nach dem Unfall geäußert. Unter anderem schlug der frühere Biathlet und Olympiasieger Björn Ferry vor, das Schießen von Grund auf zu überdenken. „Langfristig besteht meine Lösung darin, auf elektronisches Schießen umzusteigen, um das Risiko von Unfällen zu vermeiden und vor allem die Schwierigkeiten beim Bewegen der Waffen zu verringern und die Sicherheit für die Öffentlichkeit zu gewährleisten.“