Das Olympia-Aus der Nordischen Kombination ist besiegelt. Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag nach einer Sitzung seiner Exekutive bekannt gab, gehört die traditionsreiche Mischung aus Skispringen und Skilanglauf bei den Winterspielen 2030 in den französischen Alpen nicht mehr zum olympischen Programm.
„Wir können verstehen, dass die Athleten enttäuscht sind. Wir haben aber auch sehr gute Gespräche mit dem internationalen Verband darüber geführt, welche Erwartungen in Zukunft bestehen und dass die Möglichkeit einer Teilnahme im Jahr 2034 weiterhin besteht“, sagte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry bei einer Pressekonferenz.
Weiterhin dabei ist der Parallel-Riesenslalom der Snowboarder, der ebenfalls auf dem Prüfstand gestanden hatte. Die Disziplin habe seit Peking 2022 laut IOC „deutliche Verbesserungen bei verschiedenen Popularitätswerten erzielt“ – anders als die NoKo.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bedauert die Entscheidung des IOC bezüglich der Kombination. „Ich teile die Enttäuschung der Athletinnen und Athleten, die über Jahre mit großer Disziplin, Leidenschaft und Entbehrung auf die Verwirklichung ihres olympischen Traums hingearbeitet haben und nun zunächst mit dieser Entscheidung leben müssen“, sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert: „Zugleich müssen wir anerkennen, dass das IOC das olympische Programm im Sinne zukunftsfester Spiele an veränderte Rahmenbedingungen anpassen muss.“
Die NoKo war seit der Winterspiel-Premiere 1924 in Chamonix dabei, allerdings wurde die „Königsdisziplin“ des Wintersports vor Jahren schon angezählt. Das IOC, das sich Geschlechtergleichheit auf die Fahnen geschrieben hat, formulierte einige Kritikpunkte an die Sportart, in der sich auf olympischer Bühne bislang nur Männer präsentieren durften: zu geringe internationale Verbreitung, begrenzte Zahl konkurrenzfähiger Nationen und vergleichsweise geringe globale Zuschauerreichweite.
„Hinsichtlich der meisten Beliebtheitsindikatoren belegte die Nordische Kombination bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014, Pyeongchang 2018, Peking 2022 und Mailand-Cortina 2026 den letzten Platz unter allen Disziplinen. Bei den jüngsten Olympischen Winterspielen rangierte sie bei elf der 14 untersuchten Beliebtheitsindikatoren auf dem letzten Platz“, erklärte das IOC.
Freeride (Ski und Snowboard) sowie Synchro9 (Synchroneiskunstlauf) werden 2030 erstmals bei Olympischen Spielen vertreten sein. Bei den Spielen in Frankreich soll auch erstmals bei Winterspielen „vollständige Geschlechterparität“ erreicht werden, das IOC plant mit 3046 Athletinnen und Athleten, 1525 Frauen und 1521 Männer.