Eine emotionale Inszenierung von CM Punks bislang größtem Kampf nach seinem Comeback, zahlreiche weitere starke Matches, spannende Verpflichtungen von Legende William Regal und dem vielversprechenden Swerve Strickland.
AEW Revolution, der erste Pay Per View des WWE-Rivalen 2022, kassierte am Wochenende eine Menge Fan- und Kritikerlob und setzt die Serie gelungener Großveranstaltungen fort.
Was ist das Geheimnis der jungen Promotion, die sich zuletzt mit immer mehr Stars verstärkt und mit dem Aufkauf der früheren Kultliga Ring of Honor zuletzt für zusätzliches Aufhorchen gesorgt hat? (Warum CM Punk bei der PK nach Revolution in Tränen ausbrach)
Lernt WWE nichts aus dem, was AEW vormacht?
Was steckt dahinter, dass die allgemeine Fanzufriedenheit dort größter zu sein scheint als bei Marktführer WWE? Hat deren Boss Tony Khan eine Zauberformel gefunden, nach der sein Konkurrent Vince McMahon vergeblich sucht – oder gar nicht suchen will?
In der neuen Episode von Heelturn – der SPORT1 Wrestling Podcast beleuchten Martin Hoffmann und Marcus Hinselmann AEW Revolution, die hinter der Liga stehende Philosophie – und den Kontrast zu der von WWE-Chef McMahon, der soeben in seinem ersten Live-Interview seit 16 Jahren fast stolz verkündet hat, auf aus seiner Sicht unangebrachte Kritik nicht allzu viel zu geben.
Ist genau das der Fehler, von dem AEW profitiert?
Heelturn – der SPORT1 Wrestling Podcast – die aktuelle Folge auf SPORT1, Spotify, Apple Podcasts, Podigee und überall, wo es Podcasts gibt
Marcus Hinselmann: „Wenn man aktuell die Top-Fehde von AEW – CM Punk vs. MJF – mit der von WWE vergleicht – Brock Lesnar vs. Roman Reigns – sieht man exemplarisch den Unterschied: Bei WWE hat man die Übermenschen, die alles vernichten, bei AEW fühlt es sich mehr nach echten Menschen an, die echte und persönliche Erfahrungen, auch menschliche Schwächen in ihre Storys einbringen. Ein Teil der Fans mag das Übergroße von WWE lieber, aber für andere ist AEW nahbarer.“
Martin Hoffmann: „Gerade bei Punk vs. MJF war es zuletzt die Kunst, wie da auch MJF in seiner Rolle als absoluter Oberbösewicht da ein anderes, reales Element hineingebracht hat, als er in dem Promo-Segment bei Dynamite den Antisemitismus thematisiert hat, dem er wegen seiner jüdischen Herkunft als Schüler zum Opfer gefallen war. Das hat der ganzen Story eine andere Ebene gegeben: Der Bösewicht ist nicht nur böse, er hat auch eine Motivation, die ihn antreibt, die ihm Tiefe verleiht und ihn auf andere Weise nahbar macht – so wie es auch ein Bösewicht in einem guten Film, einer guten Serie hat. Diese Promo von MJF: Da habe ich im Kopf fünf Jahre vorgespult und mir gedacht: Das wird irgendwann einmal auch seine „Babyface Promo“ sein, wenn er mal der Gute wird.“
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Hinselmann: „Ja, es ist ein wesentlicher Punkt, dass auch der Böse etwas hat, das ihn zugänglich macht. Was wäre Darth Vader bei Star Wars ohne seine Hintergrundgeschichte als Anakin Skywalker? Ein böser Mann im schwarzen Anzug. Auf dieselbe Art und Weise hat nun MJF mehr Tiefe bekommen und das tut ihm unheimlich gut. Das ist ein ganz anderes Level als bei WWE zum Beispiel grad der Heel Turn von Damian Priest: ‚Ihr Fans mögt mich nicht, darum bin ich jetzt böse‘. Na ja.“
Hoffmann: „Ich habe generell den Eindruck, dass sich WWE da eine Entwicklung verschläft. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind die allgemeinen Ansprüche an das Erzählniveau von Filmen und vor allem Serien gestiegen, warum sollte das beim Wrestling anders sein? Ich habe aber das Gefühl, dass WWE da auf seinem großen finanziellen Ruhekissen seines Milliardenumsatzes sitzt und sich in der Gewissheit wiegt ‚Wir machen das hier schon so lange, wir wissen, wie der Hase läuft – erzählt uns nix‘, dass sie sich dem nächsten Schritt verweigern. AEW als der Startup, der in der neuen Zeit gegründet ist, tut das nicht, kann es auch nicht, sonst hätten sie gar keine Chance gegen die Marktmacht von WWE. Der bisherige Erfolg gibt ihnen Recht und zu denken, dass sie ihre Nische nicht noch weiter vergrößern können, ist für mich ein Fehler: Sie können definitiv noch weiter wachsen, wenn sie weiter junge Fans gewinnen – und die schon gewonnenen mit dem Produkt altern.“
Außerdem Thema in der neuen Ausgabe von Heelturn – Der SPORT1 Wrestling Podcast:
– Hätte CM Punk vs. MJF der Main Event sein müssen? Wie geht es mit ihnen nun weiter?
– Wie AEW den Geist der goldenen Jahre von WWE NXT einfängt
– Die weiblichen AEW-Stars in undankbarer Position
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