Er will an die tragisch unvollendete Karriere seines berühmten Vaters anknüpfen. Bei AEW hat es nicht so geklappt wie gewünscht – versucht er nun sein Glück bei WWE?
Laut übereinstimmenden Medienberichten ist Brian Pillman Jr. kein Teil des WWE-Konkurrenten mehr: Der vor zwei Jahren abgeschlossene Vertrag des 29-Jährigen sei ausgelaufen und nicht verlängert worden. (NEWS: Alle Neuigkeiten zum Thema AEW)
Was die Meldungen stützt: AEW hat Pillmans Profil von der Kaderseite entfernt, Pillman selbst schrieb bei Instagram vielsagend: „Bleibt dran für das nächste Kapitel.“
Es könnte sein, dass er es beim Marktführer schreibt – zumindest scheint er es zu wollen: Dem Wrestling Observer zufolge suchte Pillman am Donnerstag das Performance Center von WWE in Orlando auf und trainierte mit.
Brian Pillman Jr.: Legendensohn mit tragischer Geschichte
Pillman ist der Sohn von „Loose Cannon“ Brian Pillman, früherer Tag-Team-Partner und Rivale von Ikone „Stone Cold“ Steve Austin und auch Weggefährte von Bret und Owen Hart in der Hart Foundation.
Pillman senior war vor allem für seine unberechenbare Ausstrahlung und seine gekonnte Verwischung von Realität und Fiktion bekannt, 1997 starb er mit nur 35 Jahren an einem Herzinfarkt, der durch einen nicht diagnostizierten Herzfehler und wohl auch durch seine Schmerzmittelsucht und Steroidmissbrauch begünstigt war.
Brian Jr., der damals vier Jahre alt war, hatte nicht nur wegen des Tods seines Vaters eine schwere Kindheit: In der 2021 ausgestrahlten Doku Dark Side of the Ring berichtete er von körperlichem und psychischem Missbrauch durch seinen Stiefvater, auch die Drogensucht der mittlerweile ebenfalls verstorbenen Mutter Melanie hätte sein Leben beeinträchtigt und ihn de facto schon früher oft zu einem Waisenkind gemacht.
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Pillman unterschrieb 2021 fest bei AEW
Brian Jr. ist seit Anfang 2017 Wrestler, trainiert hat ihn Ex-WWE-Star Lance Storm, erste größere Auftritte hatte er bei der Liga MLW (Major League Wrestling), wo er sich auf mehreren Ebenen an das Vermächtnis des Vaters anlehnte.
Kevin Sullivan, Rivale von Brian Sr. in der Liga WCW und Co-Darsteller bei dessen berühmter inszenierter Kündigung vor laufender Kamera („I respect you, booker man“), führte den Sohn bei MLW ein. Später wandte sich Pillman gegen ihn und formierte die New Era Hart Foundation mit Davey Boy Smith Jr., Sohn des ebenfalls früh verstorbenen Pillman-Weggefährten „British Bulldog“ Davey Boy Smith und Teddy Hart, dem von dunklen persönlichen Flecken umgebenen „schwarzen Schaf“ der Hart-Familie.
Nachdem MLW aufgrund der Corona-Pandemie zwischenzeitlich dicht machte, begann Pillman regelmäßig bei AEW aufzutauchen und knüpfte dort an ein anderes Element des Familienerbes an: Das Tag Team Varsity Blonds mit dem gemeinsam verpflichteten Youngster Griff Garrison weckte Erinnerungen an die Hollywoods Blonds, Pillmans WCW-Team mit dem damals ebenfalls noch mit Haarpracht gesegneten „Stunning“ Steve Austin.
Karriere hob nicht ab – der Blick geht Richtung WWE
Der größte Moment Pillmans bei AEW war eine Mini-Fehde mit dem jetzigen World Champion MJF – einem großen Bewunderer und Nacheiferer von Pillman Sr. -, der die tragische Familiengeschichte dabei in bitterböser Weise zum Thema machte.
Pillman verlor die Fehde und alles in allem entwickelte sich seine AEW-Karriere nicht wie erhofft, zum Teil auch beeinflusst durch Umstände, die er nicht in der Hand hatte: Partner Garrison war seit vergangenem Herbst langzeitverletzt (kürzlich tauchte er bei der AEW-Schwesterliga ROH wieder auf).
Pillman formte derweil ein neues Team der Legendensöhne mit Brock Anderson: Es knüpfte an die Four Horsemen an, bei denen sowohl Pillman Sr. als auch Brocks Vater Arn Anderson Mitglied waren. Die beiden bestritten jedoch nur eine Handvoll gemeinsamer Matches, das Projekt hob nicht ab.
Ob AEW-Boss Tony Khan nun kein Interesse mehr an einer Verlängerung hatte oder der nun zu WWE schielende Pillman selbst einen Tapetenwechsel wollte, wurde zunächst nicht bekannt.