Von Martin Jahns

München – Es sind spanische Wochen beim FC Bayern.

In Abwesenheit der Weltmeister und weiterer WM-Teilnehmer wie Arjen Robben bereitet sich der Rekordmeister auf die neue Saison vor.

Statt Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger ist es die iberische Fraktion um Thiago, Javi Martinez und Neuzugang Juan Bernat, die in diesen Tagen im Mittelpunkt steht.

Zum Leidwesen etwa von Sebastian Rode.

Der Neuzugang von Eintracht Frankfurt wird zumindest auf Twitter zur namenlosen Randfigur degradiert.

Bernat fühlt sich heimisch

Bernat hingegen fühlt sich keine zwei Wochen nach seiner Vorstellung in München schon heimisch.

„In München ist das Klima zwar anders, aber ich habe schon Freunde gefunden: Thiago, Rafinha, Pizarro. Ich denke, dass ich mich schnell akklimatisieren werde. Ich fühle mich jetzt schon wie zu Hause, das ist wirklich schnell gegangen“, sagte der 21-Jährige der „Sport-Bild“.

Der Linksverteidiger, der für zehn Millionen Euro aus Valencia gekommen ist, muss sich nicht groß umstellen: „Die Kultur hier passt zu mir. Ich bin immer pünktlich, vielleicht bin ich so etwas wie ein deutscher Spanier.“

Guardiola fremdelt noch

Ganz so einfach ist es für Pep Guardiola offenbar nicht. Der Trainer fremdelte auf einer Presserunde überraschend offen: „Ich bin in ein anderes Land gekommen als mein Heimatland, wo wir Fußball ganz anders fühlen. Ich versuche mich anzupassen und wünsche mir, dass man sich an meine Ideen anpasst, aber das ist ein Prozess, ich bin erst ein Jahr da.“

Leichter macht es ihm im Moment ausgerechnet einer, der die wohl schlimmsten 20 Monate seiner Karriere hinter sich hat: Holger Badstuber ist zurück – und reißt Guardiola mit seinen Trainingsleistungen und zwei guten Testspielauftritten mit der Kapitänsbinde zu Jubelstürmen hin.

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Guardiola von Badstuber begeistert

„Hermann, Hermann. Wir haben zwei überragende Spieler, Innenverteidiger, immer in der Saison gehabt. Aber Badstuber ist besser. Er ist der beste Spieler, den ich je hatte“, flüsterte der Spanier seinem Co-Trainer Hermann Gerland auf dem Trainingsplatz völlig angetan zu.

Badstuber also besser als Puyol, Pique, Mascherano und Co., besser auch als die derzeit abwesende Konkurrenz in der Bayern-Defensive. Spätestens mit Guardiolas überschwänglichem Lob, das vom eigenen Vereinssender öffentlich gemacht wurde, ist der knallharte Konkurrenzkampf um die Stammplätze eröffnet.

WM-Belastung als Chance

Vorteile dürften dort zumindest in den ersten Wochen der Saison die Spieler haben, die über die komplette Vorbereitung präsent waren.

Zu kurz ist die Regenerationszeit für die WM-Fahrer. So gab etwa Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zu bedenken: „Bastian Schweinsteiger bräuchte sechs Wochen Pause – mindestens.“

Gut möglich also, dass bis in den Herbst hinein Bayerns Spanier die Kohlen aus dem Feuer holen müssen ? und natürlich Badstuber.