Eigentlich schien schon alles klar zu sein für die Basketballer des FC Bayern.

Sie reisten mit einer komfortablen 2:0-Führung nach München und waren gedanklich schon im Finale der Bundesliga. Das bestraften die Telekom Baskets Bonn eiskalt und glichen die Serie aus, auch wenn sie es zum Ende von Spiel vier noch einmal spannend machten. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der easycredit BBL)

Drei Punkte waren von dem einstigen Acht-Punkte-Vorsprung übrig, noch fünf Sekunden auf der Uhr, Bayern im Angriff. Dann schnappte sich der BBL-MVP Parker Jackson-Cartwright den Ball, entriss den Münchnern die Ausgleichschance, und versetze Bonn in kollektiven Jubel.

Dank des 83:80 erzwang Bonn im Playoff-Halbfinale der Basketball-Bundesliga das entscheidende fünfte Spiel – mit Heimvorteil.

Bonn-Trainer Iisalo lobt „Kampfgeist“

„Das war nochmal ein großartiger Kampf unserer Jungs. Ich sage fast nach jedem Spiel, wie stolz ich über unsere Leistung und den Kampfgeist bin, aber es ist kaum zu verstehen, was für einen guten Job alle zusammen machen und wie hart jeder Einzelne kämpft“, sagte der sichtlich erleichterte Trainer Tuomas Iisalo nach dem Spiel: „Dieses Team findet immer einen Weg.“

Dieser war keinesfalls selbstverständlich, schließlich verloren die Baskets ihre beiden Heimspiele zu Beginn der Best-of-five-Serie. Doch das Team steckte nicht auf und erarbeitete sich die Chance, nun doch noch ins Finale einzuziehen.

Was des einen Freud ist, ist des anderen Leid. Entsprechend deutlich fiel die Analyse von Bayern-Trainer Andrea Trinchieri nach dem Spiel aus: „Wir haben wieder die Rebounds verloren. Sechs Offensive-Rebounds allein im dritten Viertel haben das Momentum verändert.“

Trinchieri sieht Bayern als Underdog

Genau in diesem Bereich müssen sich die Münchner im Entscheidungsspiel am Mittwoch (ab 20.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im Stream) verbessern, wenn sie das Aus abwenden wollend. „Wir müssen einfach besser spielen, denn wir haben unser Level nicht angehoben“, meinte der Italiener im Interview mit dem BR.

Mit einem erneuten Sieg in Bonn käme es gegen Alba Berlin zur Neuauflage des letztjährigen Finals. Für die Münchner wäre es nach der Niederlage im Vorjahr die Chance auf eine Revanche.

Auf diese pocht jedoch mit Sicherheit auch Bonn. Fünfmal standen die Baskets bislang im Bundesliga-Finale, gewinnen konnten sie keines, viermal hieß der Gegner Alba Berlin.

Neuer Sponsor in Bonn

Iisalo geht zumindest gelassen in das entscheidende Spiel: „Bayern hat den gesamten Druck auf seiner Seite, und wir spielen vor ausverkauftem Haus. Das ist eine wunderschöne Situation für uns.“ Das sieht sein Gegenüber anders, denn das „Momentum“ hat nach den zwei Siegen gewechselt.

Das erste Finale seit 2009, vor allem der erste Meistertitel, wäre in Bonn auch das Ende einer Ära. Nach 28 Jahren steigt die Telekom als Hauptsponsor des Klubs aus, bereits in der nächsten Saison müssen die Baskets unter einem neuen Namen antreten.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)