Rio Ferdinand ist immer noch topfit.

Während viele andere Ex-Stars wie Diego Maradona, Hernan Crespo und Fernando Hierro beim Legendenkick im Garten des Palais Royal in Paris schon kräftig schwitzten, spazierte Ferdinand immer noch entspannt über den Kunstrasen.

SPORT1 hat Ferdinand, der bei der EM für die BBC als Experte tätig ist, beim Sponsorentermin des Uhrenherstellers Hublot getroffen. Im Interview vor dem ersten Spiel der „Three Lions“ gegen Russland (ab 20.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) nimmt er die Shootingstars der Engländer in die Pflicht – und rechnet mit einer deutschen Finalteilnahme.

(Der EM-Spielplan als PDF zum Downloaden und Ausdrucken)

SPORT1: England hat in der Qualifikation einen guten Eindruck hinterlassen. Gibt Ihnen das Hoffnung fürs Turnier?

Rio Ferdinand: Die Qualifikation bedeutet gar nichts. Die Gruppe, in der England war, war nicht besonders gut, nicht besonders umkämpft. Das lässt noch keine Aussage darüber zu, wie gut das Team ist. Wir haben ein junges, unerfahrenes Team. Aber ich hoffe, dass sie guten Fußball spielen werden.

Englische Fans randalieren in der Innenstadt von Marseille. Die Polizei setzt Tränengas ein, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Englische Fans randalieren in der Innenstadt von Marseille. Die Polizei setzt Tränengas ein, um die Situation in den Griff zu bekommen.

SPORT1: Einige junge Spieler wie Marcus Rashford haben in der Premier League schon auf sich aufmerksam gemacht…

Ferdinand: Ja, aber im Nationaltrikot ist das etwas Anderes. Es ist ok, im Klub gut zu spielen. Aber wenn man für England spielt, ist das eine andere Art von Druck. Ich kenne das. Ich hoffe, dass die Jungs dafür bereit sind, die Form aus ihren Vereinen auch für ihr Land abzurufen.

SPORT1: Kann es England unter die Top 4 des Turniers schaffen?

Ferdinand: Ich will keine Prognosen für England abgeben, weil das nur zusätzlichen Druck aufbaut. Deshalb mache ich das nicht. Ich will einfach nur guten Fußball sehen und einen neuen Superstar, mit dem keiner gerechnet hat. Den gibt es normalerweise in jedem Turnier. Es wäre schön, wenn einer von unseren Jungs das wäre.

SPORT1: Was glauben Sie, wer der Superstar sein wird?

Ferdinand: Wie gesagt: hoffentlich ein Engländer – oder Paul Pogba. Welcher von unseren Jungs es wird, ist mir egal.

SPORT1: Wer sind ihre Favoriten fürs Finale?

Ferdinand: Ich hoffe auf England. Und Frankreich. Wenn England es nicht schafft, dann Frankreich gegen Deutschland.

Florian Weiß, Jahrgang 1983, studierte in München Sportwissenschaften mit dem Schwerpunkt Medien- und Kommunikation und begann seine Karriere bei SPORT1 mit einem Praktikum in der TV-Redaktion von Bundesliga...

Matthias Becker, Jahrgang 1980, kam 2007 zu SPORT1.de nach München. Nach dem Volontariat von 2009 bis 2014 Redakteur, vornehmlich im Fußball-Ressort und als Chef vom Dienst. Seit dem 1. September 2016...