Boris Becker hat es, Tiger Woods sogar mehrere. Und auch Phil Taylor hat eines.
Ein Wohnzimmer. Was für Becker der Center Court in Wimbledon, ist für Taylor der Empress Ballroom im Winter Gardens in Blackpool, Austragungsort des World Matchplay.
Ein „magischer Ort“ wie er einst sagte. Ein Ort voller historischer Momente und Erfolge für den Darts-Rekordweltmeister.
Rekorde für die Ewigkeit
2002 der erste Neun-Darter vor laufenden TV-Kameras, Averages in schwindelerregender Höhe und bei 20 Austragungen unglaubliche 14 Titelgewinne für den erfolgreichsten Darts-Spieler aller Zeiten. Lediglich sechs Partien verlor Taylor in der Geschichte des Matchplay.
Es sind Statistiken für die Ewigkeit. Die letzte Niederlage kassierte er im Halbfinale 2007 gegen Terry Jenkins (11:17).
Jetzt kehrt der 53-Jährige erneut zurück und nimmt seinen 15. Titel ins Visier. Doch unter anderen Vorzeichen.
Taylor in neuer Rolle
Stets war er der Gejagte, der Dominator, aber die Zeiten haben sich geändert. Andere sind auf den Plan gekommen.
„Snakebite“ hat sich innerhalb eines halben Jahres in die absolute Weltspitze katapultiert und könnte sich mit einem Sieg beim Matchplay nun endgültig etablieren.
Oranje-Duo im Angriffsmodus
Gegenwind wird er dabei in erster Linie aus dem niederländischen Lager bekommen. Raymond van Barneveld und Weltmeister Michael van Gerwen reisen ebenfalls mit realistischen Titelambitionen nach Blackpool.
„Mighty Mike“ gewann zuletzt zusammen mit van Barneveld den World Cup of Darts in Hamburg und geht, glaubt man den Wettanbietern, als Topfavorit in das zweitwichtigste Major des Jahres. Und van Barneveld hat nicht zuletzt in der Premier League bewiesen, dass er wieder bereit und fähig für den großen Wurf ist.
Während das World Matchplay in den vergangenen Jahren immer zu einer One-Man-Show des Phil Taylor avancierte, ist das Rennen um den begehrten Titel in diesem Jahr so spannend wie noch nie.
Was für Taylor spricht, ist die Statistik. Und das Wissen, dass er zurückkommt. Zurück in sein Wohnzimmer.
Die erste Runde des World Matchplay im Überblick:
Michael van Gerwen – Steve Beaton
Ian White – Terry Jenkins
Andy Hamilton – Wayne Jones
Dave Chisnall – Dean Winstanley
James Wade – Andy Smith
Brendan Dolan – Richie Burnett
Simon Whitlock – Kevin Painter
Raymond van Barneveld – Vincent van der Voort
Phil Taylor – Darren Webster
Justin Pipe – Michael Smith
Robert Thornton – Paul Nicholson
Wes Newton – Ronnie Baxter
Peter Wright – Stephen Bunting
Gary Anderson – Jamie Caven
Adrian Lewis – Andrew Gilding
Mervyn King – Kim Huybrechts