Robert Lewandowski musste sich beim Ballon d‘Or Lionel Messi geschlagen geben.

Liegt das an der fehlenden Strahlkraft der Bundesliga? Nein, sagt Marketingexperte Hendrik Schiphorst, Geschäftsführer von Sportfive Germany, im Gespräch mit SPORT1.

„Ich würde die aktuelle Strahlkraft der Bundesliga für die Wahl nur bedingt geltend machen, denn am Ende des Tages geht es um den Spieler“, meinte Schiphorst: „Ich kann mir das Ergebnis nur dadurch erklären, dass der Spieler als Marke beurteilt wurde. Robert Lewandowski hat insbesondere durch seine herausragenden sportlichen Leistungen in den letzten Jahren das höchste fußballerische Niveau erreicht.“

Gute Beispiele für die Strahlkraft der Bundesliga seien Jude Bellingham und Jamal Musiala: „Die Tatsache, dass mit Jude Bellingham und Jamal Musiala zwei Top-Talente der Bundesliga bei den Jungprofis unter die Top 3 gekommen sind, unterstreicht für mich außerdem, dass die Bundesliga über die notwendige Strahlkraft verfügt.“

Schiphorst über Messi-Sieg: „Entscheidung nicht nachvollziehbar“

Die Kombination aus sportlicher Leistung und Markenstärke ist für Schiphorst ausschlaggebend: „Lionel Messi ist ein Fußballspieler, der seit über einer Dekade dieses Top-Niveau im Fußball definiert und gleichzeitig als Marke noch stärker einzuordnen ist, als es die Marke „Lewandowski“ ist. Diese Kombination hat meines Erachtens schlussendlich den Ausschlag gegeben. Rein sportlich ist die Entscheidung für mich nicht nachvollziehbar.“

Schiphorst: Bundesliga kann die Lücke schließen

Die Premier League und andere große europäische Klubs setzen für den Marketingexperten den Maßstab: „Die Premier League setzt über die Top 5-Vereine aktuell die Benchmark für diese „Strahlkraft“. In diese Riege zählen sicher zusätzlich Vereine wie Paris Saint-Germain, Real Madrid und der FC Barcelona.“

Für Stefan Effenberg ist der diesjährige Ballon d'Or Award unfairerweise nicht an Robert Lewandowski gegangen. Er fordert deshalb als Jury ehemalige Gewinner statt Journalisten.

Für Stefan Effenberg ist der diesjährige Ballon d'Or Award unfairerweise nicht an Robert Lewandowski gegangen. Er fordert deshalb als Jury ehemalige Gewinner statt Journalisten.

Schiphorst weiter: „Ich bin aber davon überzeugt, dass sich die Basis der Strahlkraft aus der sportlichen Performance bildet. Und neben dem FC Bayern München hat auch Borussia Dortmund die Bundesliga in den letzten Jahren sportlich immer außerordentlich stark repräsentiert. Auf Basis dieser sportlichen Performance treibt die DFL aus Vermarktungssicht viele Wachstumsthemen voran, wie die Internationalisierung und auch die daten-getriebene Vermarktung.“

Folglich sei er überzeugt, „dass die Bundesliga die Lücke im Hinblick auf die Strahlkraft in den kommenden Jahren mit Hilfe kreativer Vermarktungsansätze potenziell schließen kann.“