Der ehemalige Kommunikationschef des WM-Organisationskomitees Abdullah Ibhais sitzt im Gefängnis. Seine Familie meldet sich nun zu Wort und fordert die sofortige Freilassung.
Ibhais Bruder ist der Überzeugung, dass die Gründe für den Gefängnisaufenthalt nicht dem entsprechen, was wirklich vorgefallen ist. „Er ist da, weil er zum Schweigen gebracht werden musste“, sagte Ziad Ibhais im November der ARD. In einem Statement der Menschrechtsorganisation Fair Square wurde nun bekanntgegeben, dass der ehemalige Kommunikationschef gefoltert worden sein soll.
Vor etwa einem Jahr wurde der 36-Jährige nach Korruptionsvorwürfen von einem katarischen Gericht schuldig gesprochen und inhaftiert. Er soll sich für die Bedingungen der Arbeitsimmigranten eingesetzt haben. Ein Thema, das die WM im Vorfeld schon überschattete.
„414 arbeitsbedingte Todesfälle“
Dass es zu Ausbeutungen und Toten kam, hat der WM-Organisationschef Hassan al-Thawadi inzwischen zugegeben. In einem Statement des Komitees wurde kurz darauf bekanntgegeben, dass es zwischen 2014 und 2002 zu „414 arbeitsbedingten Todesfällen“ kam. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)
Ein Statement dieser Art soll der Organisationschef wohl verhindert haben wollen. „Wir waren dazu da, ein PR-Image zu produzieren, unabhängig von den Fakten“, äußerte Ibhais, der sich, laut ARD gegen al-Thawadi gestellt haben soll, als dieser noch ein freier Mann war. Als „lächerlich, diffamierend und absolut falsch“ dementierte das WM-Komitee die Vorwürfe.
Laut seiner Familie soll der ehemalige Kommunikationschef im November für vier Tage „in völliger Dunkelheit in Einzelhaft verbracht haben, nachdem er körperlich angegriffen worden war“, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Zelle soll zwei mal ein Meter groß gewesen sein mit einem Loch im Boden als Toilette sowie Temperaturen um den Gefrierpunkt.
Anschuldigungen an die FIFA
In einem Brief richtet sich Ibhais Familie auch an die FIFA. Sie kritisieren das Schweigen und die Gleichgültigkeit des Weltverbandes.
Der 36-Jährige wurde für drei Jahre Haft verurteilt, seine Familie fordert nun die sofortige Freilassung.