Mikel Merinos jüngster Fan wird sich an die neueste Heldentat seines Papas niemals erinnern. „Zum Glück gibt es YouTube und das Internet – dann kann ich es ihm zeigen. Mit Worten ist das schwer zu erklären“, sagte Spaniens Superjoker nach seinem Siegtor zum 2:1 (1:1) im WM-Viertelfinale gegen Belgien. Mit dem Treffer in der 88. Minute entschied der Ex-Dortmunder kurz nach seiner Einwechslung das Spiel.

Mit seinen rund zwei Monaten ist Söhnchen Marco freilich noch viel zu jung, um zu verstehen, wie sein Vater gerade die Weltmeisterschaft aufmischt. Und doch fungierten der Sprössling und seine Mama Lola auf der Tribüne in Los Angeles als Glücksbringer für Merino. Das Achtelfinale gegen Portugal, als er in der Nachspielzeit zum 1:0-Endstand getroffen hatte, hatte die Familie noch verpasst.

„Da sie beim Achtelfinale nicht dabei waren, musste ich es heute wiederholen, damit sie es diesmal live miterleben konnten“, sagte Merino, der schon Deutschland im EM-Viertelfinale 2024 geschockt hatte: „Ich bin sehr glücklich, dass sie hier sind, denn sie geben mir Kraft. Und ich bin sicher, dass ein Teil des Glücks, das ich hatte, weil mir dieser Ball vor die Füße gefallen ist, auf die positive Energie zurückgeht, die sie mir geben.“

Im Halbfinale, dem ersten seit dem Gewinn des WM-Titels 2010, trifft der Europameister am Dienstag in Dallas auf Topfavorit Frankreich. Superstar Lamine Yamal, der tags zuvor 19 Jahre alt wird, frohlockte: „Ich glaube, seit Beginn der Weltmeisterschaft hat jeder dieses Spiel erwartet. Ich habe mich wirklich darauf gefreut. Für mich sind wir die beiden besten Nationalmannschaften dieser Weltmeisterschaft. Aber wir haben überhaupt keine Angst.“ Sein Trainer Luis de la Fuente nannte es das „Finale vor dem Finale“.

Yamal steht derweil nach sechs Turnierspielen bei nur einem Treffer, auch gegen Belgien blieb er ohne Tor. Mit seinen Dribblings schuf er jedoch viel Raum für seine Mitspieler – und gab sich genügsam: „Um ehrlich zu sein, wäre es mir egal, die Weltmeisterschaft mit nur einem Tor zu gewinnen. Ich meine, solange wir Weltmeister werden, wird hier in diesem Raum wohl niemand zu mir sagen: ‚Du hast nicht getroffen.'“