Der deutsche Sportartikelriese Adidas und Vorstandschef Kasper Rorsted gehen im neuen Jahr getrennte Wege.
Das gab das Unternehmen aus Herzogenaurach am Montag bekannt. Die Suche nach einem Nachfolger laufe.
Wie die adidas AG mitteilte, sei ein „Wechsel des Vorstandsvorsitzes eingeleitet“ worden. Rorsted und der Aufsichtsrat hätten sich „im gegenseitigen Einvernehmen“ auf die Trennung in 2023 geeinigt.
„Nach drei herausfordernden Geschäftsjahren, die weltweit von den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie und geopolitischen Spannungen geprägt waren, ist nun der richtige Zeitpunkt, einen Wechsel auf der Position des Vorstandsvorsitzenden einzuleiten, um dem Unternehmen einen Neustart zu ermöglichen“, betonte Aufsichtsratschef Thomas Rabe.
Rorsted erklärt Adidas-Entscheidung
Rorsted hatte seinen Posten im Oktober 2016 angetreten. Der Däne werde sein Amt so lange weiterführen, bis ein neuer Vorstandsvorsitzender gefunden sei, hieß es weiter.
„Die vergangenen Jahre waren von zahlreichen externen Faktoren gekennzeichnet, die unser Geschäft erheblich beeinträchtigt haben“, erklärte Rorsted.
„Es hat viel Kraft gekostet, diese externen Herausforderungen zu bewältigen. Deshalb ist ein Neustart im kommenden Jahr für das Unternehmen und für mich persönlich richtig und wichtig.“
Zu Beginn von Rorsteds Wirken als Chef bei Adidas war der Aktienkurs des Unternehmens zu rund 150 Euro gehandelt worden. Zwar hatte sich der Kurs anschließend bis Sommer 2021 mehr als verdoppelt, doch seither ging es stetig bergab.
Adidas-Aktienkurs nahezu halbiert
Vor allem die Abhängigkeit vom schwächelnden China-Geschäft erwies sich für Adidas als Herausforderung. Dort hat das Unternehmen immer noch mit den Folgen der Corona-Lockdowns zu kämpfen.
Im Juli musste Adidas seine Umsatzprognose deutlich nach unten korrigieren, Rorsted gab die Hoffnung auf, dass sich das hochprofitable China-Geschäft in der zweiten Jahreshälfte erholen wird.
Der Konzern rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Bereich, zuvor schienen sogar bis zu 13 Prozent möglich.
An der Börse kam die Neuigkeit aus der Unternehmenszentrale nicht gut an: Die Adidas-Aktie sackte bis kurz vor Handelsschluss um über minus fünf Prozent auf 157 Euro ab. Damit hat sich der Kurs innerhalb eines Jahres nahezu halbiert.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)