Die deutschen Skilangläuferinnen um Peking-Olympiasiegerin Katharina Hennig Dotzler haben bei den Winterspielen von Mailand und Cortina die erhoffte Staffel-Medaille verpasst. Nach einem Einbruch von Startläuferin Laura Gimmler landete das DSV-Quartett beim deutlichen Sieg Norwegens in einem Sturz-Festival trotz einer tollen Aufholjagd auf Platz vier.
Staffel-Ärger bei Olympia: „Bedingungen echt kriminell“
„Die Bedingungen waren echt kriminell, wir sind hier schließlich immer noch bei Olympia. Immerhin war es für alle gleich“, sagte Hennig Dotzler nach wilden 4×7,5 km im Regen von Val di Fiemme.
Die deutsche Mannschaft blieb zwar im Gegensatz zu vielen anderen Ländern im tiefen Schnee ohne Crash, war aber schon früh zu weit zurückgefallen. „Wir kämpfen bis zum Schluss, gewinnen und verlieren zusammen“, meinte Hennig Dotzler.
„Laura hatte einen rabenschwarzen Tag und hat sich jetzt bestimmt irgendwo vergraben“, sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder: „Jetzt ist wichtig, dass man sich schnell wieder die Krone zurechtrückt und weiterkämpft.“
Erstes Gold für Weng – Drama um Schweden
Norwegen mit Schlussläuferin Heidi Weng, die nach fünf WM-Titeln mit 34 Jahren erstmals Gold holte, lag am Ende 50,9 Sekunden vor den hochfavorisierten Schwedinnen, die ein Drama erlebten: Dreifach-Weltmeisterin Ebba Andersson landete auf dem zweiten Abschnitt gleich zweimal im Schnee, verlor einen Ski und viel Zeit.
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nCAPTION: "Jetzt ist Panik!" Langlauf-Star überschlägt sich
nDESCRIPTION: Langlauf-Star Ebba Andersson stürzt während des Staffel-Rennens zweimal. Die Schwedin erlebt einen Albtraum.
Angeführt von seinem Star Frida Karlsson stürmte Schweden noch von Platz acht zu Silber. Bronze ging an Finnland (1:14,7), Deutschland lag 1:36,0 Minuten zurück.
Gimmler erwischt schwachen Staffel-Start
Topsprinterin Gimmler war kurz vor dem Wechsel weit zurückgefallen, nachdem sie am letzten langen Abstieg hatte abreißen lassen müssen, und übergab nur auf Platz zehn. Hennig Dotzler, Helen Hoffmann und Pia Fink versuchten alles, die starke Fink kam aber nicht mehr ganz an Finnlands Schlussläuferin Jasmi Jönsuu heran.
„Eigentlich war ich total bereit und hatte voll Bock“, sagte Gimmler mit Tränen in den Augen nach einem der bittersten Rennen ihrer Karriere: „Ich bin gesund, keine Ahnung, woran es gelegen hat. Man läuft hier für das Team, umso mehr tut es weh.“ Vorhalten wollte der Oberstdorferin freilich niemand etwas. „Wir trösten Laura natürlich“, sagte Fink: „Sie hat alles gegeben, muss sich nichts vorwerfen.“
Seit 2002, als das Quartett um Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad sensationell Olympiasieger wurde, holten die deutschen Frauen mit Ausnahme 2018 (Platz sechs) stets eine Medaille.
2022 in Peking gab es Silber, damals liefen Katherine Sauerbrey und Hennig Dotzler die beiden Klassik-Parts. Im Freistil kamen Sofie Krehl, die auch in Val di Fiemme zum deutschen Team gehört, und die derzeit nach einem positiven Dopingtest suspendierte Victoria Carl zum Einsatz.
Am Sonntag (12.00 Uhr) steht das Staffelrennen der Männer an, das deutsche Quartett besitzt nur geringe Medaillenchancen.