Am Dienstag schockte die Nachricht vom Tode der Neuseeländerin Olivia Podmore die Radsportwelt.
Die 24-Jährige wurde tot in ihrem Haus in Cambridge aufgefunden, nachdem sie nur wenige Stunden zuvor in einem Instagram-Post die Qualen und Anforderungen als Hochleistungssportlerin beschrieben hatte.
Nun hat sich Eddie Dawkins, Silbermedaillengewinner im Teamsprint bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro, zu Wort gemeldet, und nach dem mutmaßlichen Selbstmord Rechenschaft vom neuseeländischen Radsportverband gefordert.
Dawkins hatte sich im vergangenen Jahr auf eigenen Wunsch aus dem Sport zurückgezogen und zeigte sich von der Meldung “am Boden zerstört”.
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Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.
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Der Ex-Sportler kannte Podmore bereits, seit sie im Alter von 16 Jahren zum Radsport gekommen war.
Dawkins: “Eine furchtbare Schande”
“Es ist eine furchtbare Schande, dass dies geschehen ist. Mein Beileid an ihre Familie und Freunde. Aber ich hoffe, wenn wir etwas Positives daraus ziehen können, dann ist es die Tatsache, dass Sportler für sich selbst einstehen”, erklärte er im Interview mit der Zeitung Stuff.
Und weiter: “Sie war immer die positivste, freundlichste und offenste Person im neuseeländischen Radsportteam und ich denke, dass diejenigen, die mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, diese am besten verbergen können.”
Dawkins fordert Maßnahmen vom Verband
An Kritik sparte Dawkins indes nicht. So forderte er von den Dachverbänden Cycling New Zealand und High Performance Sport New Zealand Maßnahmen.
“Wo war die Diskussion, um sicherzustellen, dass es ihr gut geht und sie die Hilfe bekommt, die sie braucht? Es wird nicht das letzte Mal sein, dass jemand so etwas versucht. Ohne einen positiven Wandel und eine tatsächliche Veränderung kleben wir nur ein Pflaster auf ein ernstes Problem”, sagte der ehemalige Olympiastarter.
Des Weiteren erklärte Dawkins, es gebe ein “übergreifendes Problem” im Hochleistungssport, das durch Podmores Tod ans Licht gekommen sei.
War Tod von Podmore “vermeidbar”?
Dazu gehöre auch, dass Athleten an den Rand gedrängt werden, härter trainieren als sie sollten, ständig unter Beobachtung stehen und nicht über ihr psychisches Wohlbefinden sprechen. Daher sei der Tod der 24-Jährigen seiner Meinung nach “vermeidbar” gewesen.
Olivia Podmore trat bei Olympia 2016 im Sprint für ihr Heimatland an. 2020 nahm sie zudem an den Weltmeisterschaften teil.
Für Olympia in Tokio hatte sie sich zwar qualifiziert, wurde vom Verband aber nicht nominiert.