Auch wenn die Biathlon-Saison seit gut zwei Wochen beendet ist, geht es in der Szene weiterhin hoch her.

Zuletzt sorgte der Ukrainer Dmytro Pidruchnyi mit deutlichen Worten in Richtung der Fourcade-Brüder Martin und Simon für mächtig Aufsehen.

Insbesondere ein Interview von Simon Fourcade mit der russischen Plattform Match TV hatte den 30-Jährigen, der aktuell als Soldat in seinem Heimatland kämpft, schwer in Rage versetzt.

Pidruchnyi kritisiert Fourcade-Brüder: „Fahrt zur Hölle!“

Darin hatte der Franzose erklärt, der Ausschluss der Russen von Biathlon-Wettbewerben sei „ein großer Fehler, weil er meiner Meinung nach nichts ändert“. (BERICHT: Russe bedankt sich bei Lesser)

Pidruchnyi reagierte auf Instagram mit deutlichen Worten: „Das Interview von Simon Fourcade mit russischen Journalisten hat mich empört. Martin und Simon, fahrt zur Hölle. Ich hoffe, dass eure Kinder niemals den Schmerz spüren werden, den ukrainische Kinder erfahren haben. Kinder, die ihre Häuser verlassen haben, die Explosionsgeräusche gehört haben, die gesehen haben, wie ihre Mütter vergewaltigt und ihre Angehörigen getötet wurden.“

Seinen Beitrag versah der Biathlet neben einem Foto von sich in Kampfausrüstung auch mit einem Video, in dem eine tote Frau in einem Sack in ein Massengrab geworfen wird.

Biathlon-Star Eckhoff reagiert auf Ukraine-Post

Die norwegische Top-Athletin Tiril Eckhoff antwortete darauf mit emotionalen Worten. (NEWS: Alles Wichtige zum Biathlon)

„Das ist der stärkste Instagram-Post, den ich jemals gesehen habe“, schrieb die zehnmalige Weltmeisterin und zweimalige Olympiasiegerin, die bei den Winterspielen in Peking im Februar jeweils einmal Gold, Silber und Bronze gewonnen hatte.

„Das ist so wichtig, dass du das teilst“, meinte Eckhoff an Pidruchnyi gerichtet: „Es ist so surreal, dass das alles passiert und Menschen in diesem verdammten Krieg sterben.“

Für ihren Kommentar erntete Eckhoff mehr als 1500 Likes. (DATEN: Kalender und Ergebnisse des Biathlon-Weltcups)

Martin Fourcade wehrt sich gegen Vorwürfe

Der langjährige Biathlon-Dominator Martin Fourcade wehrte sich unterdessen gegen die Vorwürfe des Ukrainers. (DATEN: Der Gesamtstand im Biathlon-Weltcup)

„Ich verstehe deine Wut und deine Traurigkeit, aber das gibt dir nicht das Recht, jemanden zu beleidigen, weil du nicht mit dem einverstanden bist, was sein Bruder gesagt hat! Falls du es nicht bemerkt hast, mein Name ist Martin und ich habe in letzter Zeit kein Interview gegeben“, stellte der 33-Jährige bei Instagram klar.

„Es ist nicht meine Gewohnheit, auf private Angriffe in sozialen Netzwerken zu reagieren. Aber ich bin es etwas leid, beleidigt zu werden. Deine Traurigkeit darf dir nicht alles erlauben“, fügte der Franzose an.

Nur weil er sich öffentlich nicht äußere, bedeute dies nicht, dass er nichts unternehme, meinte Fourcade – und betonte, dass er die Angriffe auf die Ukraine natürlich bedauere.